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Preview: Fallout - Brotherhood of Steel PS2
Der amerikanische Publisher konnte in den letzten Jahren mit den beiden PC-Rollenspielserien Fallout und Baldur’s Gate riesige Erfolge feiern und somit ein bis dahin fast ausgestorben geglaubtes Genre auf dem PC wiederbeleben. Auf Konsolen ließen sich die Spiele jedoch nicht blicken, zu umfangreich und komplex erschienen den Entwicklern die Spiele. Stattdessen entwickelte man das Action – Rollenspiel Baldur’s Gate – Dark Alliance für die Playstation2, welches zwar den Namen Baldur’s Gate trägt, vom Gameplay her aber nichts mit dem PC Klassiker gemein hat. Neben einem zweiten Teil dieses Spiels werkelt Interplay derzeit auch an einer Konsolengerechten Fassung von Fallout, welches auf der gleichen Engine basiert und sich sehr ähnlich spielt wie Dark Alliance. Wir konnten nun einen Blick auf die voll spielbare Preview-Version des Spiels werfen und wollen euch unseren Ersteindruck nicht vorenthalten.
Dreht sich die Scheibe in der Konsole, hat man zunächst die Wahl zwischen drei Charakteren, ein Mutant, ein cooler Kämpfer und so eine fesche Braut. Alle Charaktere haben dabei unterschiedliche Eigenschaften in Geschwidnigkeit, Stärke und so weiter. Wahlweise dürfen übrigens auch zwei Spieler gleichzeitig ran.

Am Anfang des Spiels kommt man als Mitglied der Brotherhood of Steel, vergleichbar mit dem Militär oder der Polizei, in ein kleines Kaff, und man wird Zeuge, wie dieses gerade von einer Gruppe Banditen überfallen wird. Die Chefin der Raiders und die meisten ihrer Prügelknaben haben das Dorf schon wieder verlassen. Ein paar der Raiders sollen sich aber noch in der Bar aufhalten erfahrt ihr von den Leuten der Stadt. Mehr erzählen sie euch aber noch nicht, da die Stadtleute Angst vor euch haben, sie denken, ihr gehört vielleicht ebenfalls zu den Banditen. Also rein in die Bar und die Jungs vermöbelt, bzw. mit eurer Pistole abgeknallt, wobei allerdings die Munition zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig knapp ist.

Anschließend sprecht ihr mit dem Bartender und erfahrt, dass ihr mit dem Bürgermeister sprechen solltet, um mehr über die anderen Mitglieder vom Brotherhood of Steel zu erfahren, welche hier vor einigen Wochen vorbeigekommen sind. Außerdem gibt er euch noch ein wenig Geld zum Dank, und ein paar Erfahrungspunkte gibt es obendrauf.

Der Bürgermeister mag euch aber nicht helfen, hat er keinen Lust zu. Erst wenn ihr das Lagerhaus von den mutierten Skorpionen befreit, erfahrt ihr mehr. Bevor ihr mit dem neu vom Bürgermeister erhaltenen Schlüssel das Lagerhaus betretet, sprecht ihr noch mit der Ärztin, die euch zusätzlich noch beauftragt, die Medical Supplies aus dem Lagerhaus mitzubringen, bevor ein anderer Dorfbewohner sie zu fassen bekommt.

Im drei Etagen umfassenden Lagerhaus müsst ihr schließlich jede Menge Skorpione und Ratten in verschiedenen Ausführungen bekämpfen. Die Ratten sind relativ leicht zu besiegen, nur die wirklich riesig großen, sehr stark mutierten Exemplare leisten echten Wiederstand. Dafür tauchen die Ratten gleich in größeren Mengen auf.

Die normalen Skorpione sollten auch nicht so das große Problem sein, wenn es nur ein oder zwei auf einmal sind. Schwieriger wird es schon bei den Skorpionen, die radioaktiv strahlen, da solltet ihr eine Berührung vermeiden. Diese gibt es auch noch ein einer Ausführung, die radioaktive Geschosse auf euch abfeuert und am besten durch geschicktes Strafing in Kombination mit eurer Fernwaffe erledigt werden sollte. Dabei können Gegner mit einer der Schultertasten aufgeschaltet werden und habt diese so immer im Visier. Wer Munition sparen will, ballert auf eines der rumstehenden roten Fässer, die dann explodieren und alles in der näheren Umgebung in Mitleidenschaft ziehen. Neben den Gegnern findet ihr jede Menge Holzkisten, welche beim zerstören oft hilfreiche Extras oder Geld rausrücken, ebenso warten Schubladen, Truhen und Schränke darauf, von euch untersucht zu werden. Da geht ganz einfach mit der situationsabhängigen Funktion des Quadrat-Buttons. Damit hebt ihr Gegenstände auf, öffnet Türen und Schränke, speichert an den (bisher sehr großzügig verteilten) Speicherautomaten euer Spiel ab, redet mit Personen, bedient Hebel und so weiter. Am Ende wartet noch ein Riesenskorpion als Endgegner auf euch. Bis dahin waren bei uns nach gründlicher Spielweise bereits ca. 1,5 Stunden vergangen.

Werdet ihr verletzt könnt ihr entweder ein Stimpack benutzen, oder aber ihr stellt euch in eine ruhige Ecke und wartet, bis sich eure Energie wieder von selbst regeneriert. Das machen übrigens auch die Gegner, wenn ihr sie nicht gleich erledigt ziehen sie sich zurück und regenerieren sich ebenfalls um dann wieder anzugreifen. Eure Lebensenergie wird oben am Bildschirm angezeigt, direkt drunter befindet sich noch eine weitere, grüne Leiste. Wenn diese gefüllt ist, steigt euer Charakter einen Level, und ihr erhaltet Fertigkeitspunkte, mit denen ihr bestimmte Fertigkeiten kaufen könnt. Außerdem gibt es noch einen Ausschnitt der Umgebungskarte, der ständig eingeblendet ist. Darauf seht ihr die Positionen von Türen, Personen, mit denen ihr Sprechen könnt, Speicherpunkten und Gegnern.

Zu den Waffen: Bisher hatte ich drei verschiedene Waffen: Stahlhandschuhe, eine Pistole und einen Baseballschläger der mit Nägel versehen ist. Insgesamt könnt ihr drei verschiedene Waffen gleichzeitig ausrüsten, ihr schaltet dann mit den Schultertasten durch. Später gibt auch noch Maschinengewehre, Granaten usw. Deren Wirkung dürft ihr übrigens schon mal im Tutorial testen, in dem alles gut erklärt wird.

Die Ansicht ist wie bei Baldurs Gate aus der (leicht schrägen) Vogelperspektive. Die Grafik ist dabei ganz gut, aber leider nicht mehr. Die Texturen sind teilweise unscharf, manche Objekte bestehen nur aus wenigen Polygonen. Dafür läuft es die meiste Zeit flüssig, nur wenn die PS2 mit dem nachladen nicht hinterherkommt stockt es mal kurz das kann allerdings auch auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass es sich nur um eine DVD-R und keine gepresste Version des Spiels handelt. Die Laufanimationen des Charakters sind übrigens ebenfalls fürchterlich, doch diese sieht man so richtig zum Glück nur im Intro, das in Ingamegrafik aber nicht in Vogelperspektive gehalten ist. Blut gibt es im Übrigen auch, und zwar nicht zu knapp. Kleinere Gegner wie die kleinsten Ratten zerplatzen schon mal in einer großen Blutfontäne, die Wände sind mit Blut verschmiert, um eine ältere Leiche schwirren die fliegen...

Steuerung und Gameplay haben mir soweit ganz gut gefallen, auch wenn ich bei eigentlich allen Kämpfen mit der Augen zu und durch Taktik ganz gut gefahren bin (mal abgesehen von den schießenden Skorpionen). Ab und zu wird übrigens auch mal Geschicklichkeit gefragt, wenn man über radioaktive Seen springen muss und ähnliches.

Ich fand das Spiel recht fesselnd, die Atmosphäre kommt ganz gut rüber, die Story verspricht interessant zu werden. Mal sehen, ob sich an der Grafik bis zum Release noch was ändert, glaube aber kaum. Aber das macht nichts, denn sie erfüllt auch so ihren Zweck adäquat, und spielerisch könnte es ein echter Hit werden.
 
Axel Kothe, 03.12.2003
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