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Kommentar: Optionen in Videospielen
Wir alle kennen das. Da erwerben wir ein heißersehntes Spiel und es scheint perfekt. Bestnoten in einschlägigen Magazinen, eine Technik, die einen staunen lässt und ein Suchtpotential, das einen an den Bildschirm fesselt. Und dann entdecken wir sie: Die kleine Macke. Ein nicht abstellbarer Kommentator oder Musik. Keine Replays. Kein Abspann. Keine frei konfigurierbare Steuerung.
Kleine Nickeligkeiten, die meist innerhalb kürzester Zeit ihren Weg ins Spiel gefunden hätten, aber vermutlich irgendwo in der Marketing Abteilung liegen geblieben sind. Wir haben doch keine Zeit!

Und wir alle kennen Beispiele:

PC Spieler mussten geschlagene 6 (SECHS!) Jahre auf eine frei konfigurierbare Steuerung bei FIFA warten. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber trotzdem kam Jahr um Jahr immer wieder die gleiche traurige Mitteilung in Tests zum Vorschein.

Super Runabout, Snow Surfers, Soul Calibur, Gran Turismo A-Spec: Entweder ist die Musik gar nicht abstellbar, oder nur eingeschränkt, oder es wird, wie bei SC trotzdem fröhlich nachgeladen, was den Spielgenuss empfindlich stört, denn wirklich schön klingt das ratternde DC-Laufwerk nicht gerade.
Und „Metallica – Seek and Destroy“ zu hören, während man mit dem Hummer durch ein Einkaufszentrum brettert wäre auch zu schön gewesen.

Rennspiele im Allgemeinen: Replays sind dem einen sehr wichtig, der andere schaltet sie einfach nur weg. Aber als Option sollten sie eigentlich immer zur Verfügung stehen. Gran Turismo hat's vorgemacht. Bei einem Zwei Spieler Duell, besteht anschließend die Möglichkeit, den Bildschirm zusammenzulegen, so dass immer nur der Führende fokussiert wird, dafür aber der volle Bildschirm genutzt wird. Wenn man einmal ein Replay in dieser Art und Weise gesehen hat, kann man eigentlich nur schwerlich wieder auf zwei kleine Split Screens starren. Es sieht im Vergleich einfach unspektakulär aus. Trotzdem sieht es exakt so bei LeMans aus, einem ansonsten herrausragenden Spiel mit wahrer Optionsvielfalt. Bei MSR wurden die Replays schlichtweg gestrichen. Wie sehr hätte sich das aber dort angeboten? Ein Rennspiel, dass in erster Linie auf die prachtvolle Optik setzt und dan gibt es kein Replay? Unverständlich, und kein Einzelfall.

Wäre es seitens der Hersteller und Developer nicht angebracht, alle diese üblichen Punkte in einer Checkliste abzudecken und wirklich alles, was geht auch zu berücksichtigen.

Wir wollen ja nicht kleinkariert klingen und es würde wohl kein Spiel wirklich abgewertet, weil es keine Vollbild-Splitscreen Lösung gibt, aber es wäre doch wünschenswert.

Ich habe jetzt nur einige Beispiele genannt, aber es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von Punkten, die man vor Erscheinen im Geiste durchgeht und hofft, sie auch wirklich alle abhaken zu können.

Nur mal als Beispiel das von mir sehnlichst herbeigesehnte „Twisted Metal Black“ angeführt. Von 60 Hertz über die Möglichkeit der digitalen Steuerung, über bestimmte Fahrzeuge, zu ungeschnittenen Zwischensequenzen bis zu eben einem Replay. Alles hätte ich gerne im Spiel, aber ich muss bereits im Vorfeld Abstriche machen. Von der Onlinefähigkeit habe ich ja nicht einmal wirklich zu träumen gewagt, aber aufgrund des massiven Erfolges in den Staaten, dürfte ein potenzieller Nachfolger ohnehin schon in der Mache sein und vielleicht hat Sony bis dahin ja mal seine Online Pläne konkretisiert. Ob es dann natürlich auch auf eine deutsche Version zutreffen würde ist aber natürlich auch dann noch fraglich. Vielfach konnte es ja bei Dreamcast Spielen beobachtet werden, wie Onlinefunktionen einfach gestrichen wurden.

Aber das ist eine andere Geschichte.
 
Maik Bütefür, 27.10.2001
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