Game Review
Amplitude
Das Musikspielgenre ist praktisch fest in japanischer Hand, mit einer Ausnahme: Der Sony-Titel Frequency des amerikanischen Developers Harmonix konnte einen Achtungserfolg erzielen und einige Fans um sich scharen. Schon vor einigen Monaten kam dann der offizielle Nachfolger Amplitude auf den amerikanischen Markt und konnte wiederum erfolgreich an den Mann gebracht werden. Nun endlich dürfen auch wir Europäer wieder und Musikalität unter Beweis stellen.
Das Spielprinzip orientiert, wie nicht anders zu erwarten war stark am Vorgänger, wobei es neben neuen Songs aber auch ein paar kleinere Änderungen gibt. Ihr fahrt mit eurem Beat Blaster (auf diesen komme ich gleich zu sprechen) über die Spuren (Bass, Drums, Gesang...) mit den Noten des Musiktracks, den ihr gerade spielt. Doch die Noten müssen erst aktiviert werden, und jetzt kommt ihr ins Spiel. Es gibt nämlich drei verschiedene Positionen, welche die Noten einnehmen können, links, Mitte und rechts. Jeder dieser Positionen ist ein Button auf dem Controller zugeteilt, den ihr, wenn ihr mit dem Beat Blaster über die Note fahrt auch drücken solltet. Habt ihr das richtige Timing drauf und aktiviert ihr einen Abschnitt lang alle Noten einer Spur, ist diese für ein Weilchen aktiv und spielt von alleine weiter. Jetzt müsst ihr die Spur wechseln, um hier die Noten zu aktivieren. Mit dem Steuerkreuz könnt ihr zwischen den Spuren hin und her wechseln. Im Gegensatz zum Vorgänger sind die Spuren nicht mehr als Röhre angelegt, wenn ihr also von der ganz rechten Spur auf die ganz linke Spur wechseln wollt, so müsst ihr mehrere Spuren überspringen…

Seid ihr zu langsam oder liegt ihr zu oft daneben, leert sich ein Energiebalken am linken Bildschirmrand, durch gelungene Combos (mehrere Spuren hintereinander aktivieren, ohne einen Fehler zu machen) wird die Energieleiste wieder aufgefüllt. Leert sie sich dagegen komplett, ist das Spiel für euch vorbei. Außerdem gibt es eine Positionsanzeige, aus der ihr ablesen könnt, wie weit ihr schon im Song vorangeschritten seid.

Um euch die Sache zu erleichtern, gibt es immer wieder Power-Ups zu erhaschen. Diese liegen wie ganz normale Noten auf der Spur und müssen erst, wie auch die Noten aktiviert werden. Der Auto-Fänger übernimmt dann, wenn ihr ihn einsetzt das fangen der Noten in einer Spur. Der Multiplikator dagegen verdoppelt die Punktzahl der folgenden acht Takte. Der neue Freestyler ersetzt die weggefallene Freestyle-Spur aus Frequency. Ist der Freestyler aktiviert löst ihr euch von der Tonspur und verändert ihr mit dem linken Analogstick den Freestylesound und verdient euch verdammt viele Bonuspunkte. Bonuspunkte wiederum sind wichtig, um alle 25 Songs im Spiel freizuschalten.

Die Songs decken praktisch die gesamte Bandbreite moderner Musik ab, angefangen mit harten Tönen von Slipknot über Weezer, Pink, Run D.M.C bis hin zu Technobeats aus der Harmonix-Schmiede ist für Fans aller Stilrichtungen gesorgt.

Neben dem Einspielermodus dürft ihr auch mit bis zu vier Freunden um die meisten Punkte spielen. Ihr befindet euch dabei alle gleichzeitig auf dem Track und versucht euch gegenseitig die Spuren abzuluchsen und dem anderen per Extras aus dem Konzept zu bringen. Wahlweise könnt ihr genau das auch im neuen Onlinemodus tun. Noch interessanter ist allerdings der Onlinemodus zum Download neuer Remixes von den Fans des Spiels. Denn im Spiel integriert ist ein Remixmodus in dem ihr die Tracks nach eurem Geschmack verändern könnt und die Noten selbst auf den Spuren verteilen und dann anschließend im eigentlichen Spielmodus nachspielen könnt. Seid ihr von eurem Track überzeugt, ladet ihr ihn für die anderen zum Download ins Internet hoch.

Technik:
Auch grafisch erinnert Amplitude an den Vorgänger, es wurde allerdings hier und dort etwas gefeilt so dass das Spiel doch deutlich besser aussieht. Cool sind auch die integrierten Videoleinwände auf denen Abschnitte aus den Musikvideos zu sehen sind, während ihr daran vorbeirauscht. Über jede Kritik erhaben ist die technische Umsetzung der Musikstücke, der Sound ist hervorragend.

Axels Meinung:
Der zweite Teil hat mir trotz der Ähnlichkeit zum ersten Teil etwas mehr Spaß gemacht als der Vorgänger. Das mag an der hervorragenden Musik liegen, wohl immer ein wesentlicher Punkt bei solchen Musikspielen. Während der Spielmodus schon eine Menge Spaß macht, entfaltet sich erst das volle Potential des Titels, wenn ihr auch selbst musikalisch kreativ sein wollt und den Remix-Modus ausführlich nutzt. Doch auch alle anderen profitieren von diesem Modus, da ja auch sie dadurch praktisch unendlichen Songnachschub aus dem Internet erwarten können - Network - Adapter natürlich vorausgesetzt.
 
Axel Kothe, 01.10.2003
Grafik: 67%
Sound: 86%
Spielspaß: 78%
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Version:
PAL-Promo
Hersteller:
Sony
Entwickler:
Harmonix
Vertrieb:
Sony
Erscheinungs- termin:
September 2003
Preis:
ca 60 €
Altersfreigabe der USK:
ohne Altersbeschränkung
Anzahl Spieler Offline:
1 - 4
Anzahl Spieler Online:
4
Sprache:
Multilingual, inkl. Deutsch
Datenträger:
1 DVD
Anleitung:
36 Seiten, komplett in Deutsch und in Farbe
Speicher:
72 kb
Andere Versionen:
Keine anderen Versionen