Game Review
Amped
Wenn es einen Sport gibt, der auf der Xbox besonders oft vertreten sein wird, dann ist es wohl der Snowboardsport. Ganze 4 Spiele gibt es schon oder werden in der nächsten Zeit veröffentlicht: SSX Tricky, Dark Summit, Transworld Snowboarding und eben Amped von Microsoft selbst. Trotzdem haben alle Titel wohl eine Daseinsberechtigung, da praktisch alle einen anderen Schwerpunkt legen.
Während nämlich in SSX Tricky Wettrennen mit vielen Tricks ausgetragen werden und es in Dark Summit ein auf Missionen basierendes Gameplay gibt, konzentrierten sich die Coder von Microsoft auf den Freestyle-Aspekt des Sportes. In Amped geht es im großen und ganzen nur darum, möglichst spektakuläre Stunts und Tricks hinzulegen. Dabei sitzt euch weder ein Zeitlimit im Nacken, noch müsst ihr vor irgend einem Gegner im Ziel ankommen.

Weil das ja ein bisschen langweilig wäre, wenn ihr ohne irgendwelche Vorgaben auf die Piste geschickt werdet, hat sich Microsoft einen Career-Modus ausgedacht. Hier müsst ihr zum Top-Boarder der Freestyle-Szene aufsteigen. Das gelingt euch, wie sollte es anders sein, mit Hilfe der Medien. Häh? Werden jetzt einige sagen, wieso mit Hilfe der Medien? Ganz einfach: Überall auf den Pisten verteilt stehen Fotografen, die wenn ihr in ihrer Nähe einen Trick ausführt ein Foto von euch machen. Dafür erhaltet ihr dann die doppelte Punktzahl wie normal. Wenn ihr genügend Punkte innerhalb dieser Zonen macht, landet das Bild in der Presse und macht euch so für Sponsoren interessant, die euch dann mit besserem Equipment ausstatten – dazu müsst ihr sie allerdings noch mal persönlich überzeugen – und jeder von ihnen hat spezielle Lieblingstricks, mit denen ihr das noch schneller schafft.

Neben diesen Medienpunkten könnt ihr auch ganz normale Punkte verdienen, eben überall sonst, wo keine Fotografen sind. Wie bei den Medienpunkten gibt es pro Kurs drei Scores die ihr überbieten müsst. Durch gute Leistungen steigt ihr in der Weltrangliste, wodurch euch neue Pisten geöffnet werden, die ihr dann unsicher machen könnt. Diese Pisten sind natürlich keine normalen Skihänge, sondern bieten mit zahlreichen Rampen, Rails, umgestürzten Bäumen, Häusern, Halfpipes und so weiter genügend Gelegenheiten eure Tricks auszuführen. Insgesamt gibt es fünf dieser Gebiete, die allerdings so extrem weitläufig und offen sind, dass es euch garantiert kaum langweilig werden wird. Jedes hat verschiedene Hänge, euren Startplatz dürft ihr euch selber aussuchen.

Gelegentlich dürft ihr auch mal gegen einen anderen Profiboarder antreten: Folgt einfach seiner Spur, und wenn er einen Trick vollführt, dann solltet ihr es ihm nachtun – nur noch spektakulärer. Als ob das nicht schon genug wäre, sind auf jeder Piste auch noch 8 Schneemänner zu finden, die mit nervigen Rufen auf sich aufmerksam machen – einfach zu finden sind sie aber trotzdem nicht.

Technik:
Eine solche schöne Weitsicht habt ihr bisher bei noch keinem Snowboardspiel genossen. Weder Nebel noch Popups stören die tolle Umgebungsgrafik, genauso wenig gibt es Ruckler oder Slowdowns zu vermelden. Naturgemäß ist die nähere Umgebung nicht sonderlich abwechslungsreich, dafür haben es die Entwickler geschafft, den Schnee so realistisch wie möglich darzustellen. Tiefschnee kann man sofort als solchen erkennen, und die Eiskristalle glitzern auch so schön. Musikalisch lässt Amped mal so richtig krachen: Etwa 150 Songs haben den Weg auf die Scheibe gefunden, und obwohl auch ein paar Ausfälle dabei sind, sind sie in der Regel recht gut. Wenn trotz der großen Zahl nichts für euch dabei ist, könnt ihr auch eigene Musik auf die Festplatte auslagern und während des Zockens hören.

Axels Meinung:
Amped ist für mich persönlich eigentlich DIE positive Überraschung im Microsoft Launch Lineup. Eigentlich stehe ich nämlich nicht so auf diese ganzen Snowboardgames, vor allem wenn sie viel Wert auf Tricks legen, so wie SSX und sein Nachfolger. Trotzdem hat mir Amped sehr viel Spaß gemacht, was wohl auch daran liegt, dass die grundlegende Steuerung einfach zu erlernen ist, und man damit auf den ersten Pisten noch recht gut zurecht kommt. Trotzdem gibt es noch genug Feinheiten für Profis, die dann das volle Potenzial des Titels ausschöpfen können. Sehr motivierend fand ich den Karrieremodus, vor allem die Idee mit den Fotografen und den Sponsoren hat mir sehr gut gefallen, die Schneemannsuche dagegen überhaupt nicht, da die Mistkerle einfach zu gut versteckt, und die Areale zu groß sind. Dass das ganze auch noch mit einer super Grafik, riesigem Soundtrack und absolut flüssig daherkommt, setzt dem Spiel die Krone auf. Eine definitive Kaufempfehlung!
 
Axel Kothe, 01.04.2002
Grafik: 85%
Sound: 86%
Spielspaß: 84%
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Microsoft
Entwickler:
Microsoft
Vertrieb:
Microsoft
Altersfreigabe der USK:
ab 6 Jahren