Game Review
007 Nightfire
Vor etwa einem Jahr konnte Electronic Arts mit ihrem ersten Next Generation James Bond Spiel einen großen Erfolg verzeichnen. Da war es natürlich keine Frage, dass ein Nachfolger kommen würde, und nun, passend zum Kinostart des neuesten Bondfilms ist es soweit und das Spiel kommt für alle drei Next Generation Konsolen gleichzeitig auf den deutschen Markt.
In dieser Ausgabe ziert gar das Gesicht des „echten“ Bond, Pierce Brosnan die Polygonfigur im Spiel, der Agent im Kreuzfeuer war noch ein Bond ohne Vorbild. Im Gegensatz dazu ist das Aussehen aller anderen Figuren ebenfalls der Phantasie der Designer entsprungen, auch wenn sich manche Ähnlichkeiten zu den Schauspielern in den Filmen nicht leugnen lassen.

007 Nightfire ist, wie sein Vorgänger, halb Ego-Shooter und halb Car-Combat Spiel, wobei allerdings der Shooter-Part doch die Überhand hat. So ballert ihr euch mehr oder weniger abwechselnd zu Fuß oder an Bord eines Fahrzeuges, darunter neben schnittigen Rennwägen auch andere Varianten wie Schneemobile. In den Fahrzeuglevels seid ihr auch nicht immer der Mann hinter dem Steuer, gelegentlich betätigt ihr euch nur als Bordschütze und nehmt die bösen Buben aufs Korn.

Apropos böse Buben, diese Rolle übernimmt in dieser Bond Episode ein angeblicher Menschenfreund namens Raphael Drake, der hinter den freundlichen Kulissen aber für den Diebstahl eines wichtigen Teils der amerikanischen Raketenabwehrsatelliten verantwortlich ist und damit sicher nichts gutes vorhat. Klar dass das britische MI6 ihren besten Doppel-Null Agenten schickt, um in der Sache nachzuforschen und sich mit den Undercoveragenten (Agentinnen) kurzzuschließen.

Wie in den Bondfilmen werdet noch vor dem eigentlich Vorspann direkt in die Action hineinversetzt, dieses Einstiegslevel dient gleichzeitig als kleines Tutorial für das Spiel. Zunächst beschützt ihr eine Agentin welche im Sportwagen vor zahlreichen dunklen Limousinen flüchtet, und zwar mit dem Snipergewehr vom Hubschrauber aus. Anschließend gilt es am Steuer eures Wagens einen Lastwagen zum stehen zu bringen, welcher Diebesgut geladen hat...

Der erste richtige Auftrag führt euch von der Pariser Beschützungsaktion direkt in die österreichischen Alpen, wo unser Agent sich auf einer Party Drakes einschleichen soll, für die er keine Entrittskarten hat. Problem dabei: Die Türsteher verlassen sich hier nicht auf pure Muskelkraft, sondern sind allesamt schwer bewaffnet und schießen ohne vorher nach einer Einladung zu fragen. Dieser Level lässt euch auch noch recht große Entscheidungsfreiheit, auf welche weiße ihr in das Schloss gelangen wollt – spätere Level bieten diesen Luxus kaum noch, in der Regel gibt es dann nur noch einen probaten Weg zur Erfüllung der Mission. Doch zurück nach Österreich: Entweder ihr lasst euch von einem Lastwagen auf dessen Ladefläche direkt ins Schloss fahren, ihr versucht euch an den wachen vorbei an den Mauern des Schlosses bis zur Hintertür vorzuarbeiten oder ihr versucht es auf die Rambo – Methode: Immer durch die Mitte. Wie wir es vom Vorgänger kennen, wird James von Q immer wieder mit den neuesten Gadgets ausgestattet, welche ihm in seinen Missionen oft sehr dienlich sind. Mit dem Laser in seiner Armbanduhr schweißt er einen Tresor auf, mit einem Enterhaken erklimmt ihr die höchsten Wände und mit dem Schlüsselanhänger lassen sich ganz hervorragend unauffällig Gegner bewusstlos machen.

Doch nicht nur wenn Bond zu Fuß unterwegs ist, profitiert er von Qs Erfindungsreichtum. Auf Knopfdruck fährt der Wagen auf nur zwei Rädern weiter, spuckt Raketen oder Rauch und überwindet dank extremen Turboschub auch größere Distanzen per Schanze in der Luft. Und wenn der Wagen mal im wasser landet – kein Problem, auch dafür ist der Aston Martin vorbereitet und ihr setzt eure Reise in und unter dem wasser fort.

Auch wenn 007 Nightfire in erster Linie ein Storyshooter ist, hat man sich viel Mühe mit dem Multiplayermodi gegeben, die bis zu vier Spieler im Splitscreen erlauben. Und die Auswahl ist wirklich umfangreich: verschiedene Deathmatch-Varianten, King of the Hill, Capture the Flag, Uplink, Top Agent, Demolition, Industrial Espionage, Golden-Eye Strike, Protection, Assassination sind die Namen der Modi, alle hier zu erklären wäre zuviel des Guten. Einige dieser Varianten lassen sich gar im Team spielen, zusätzlich bietet das Spiel einige Bots, welche Bond – Fans das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen werden: Bekannte Charaktere wie OddJob, Goldfinger und Xenia Onatopp lesen sich wie das Who is Who der Bond – Bösewichtgeschichte.

Technik:
007 Nightfire überzeugt mit sauberer, sehr schöner Grafik, mit hübschen Texturen und ziemlich vielen Details, sowie zahlreichen Explosionen und anderen visuellen Effekten. Im Vergleich zu den Playstation2 und Xbox – Fassungen ruckelt die Gamecube Version am wenigsten, nur im 4-Spielermodus und ein paar sehr actionreichen Fahrsequenzen geht die Framerate leicht in die Knie. Zwischen den Levels gibt es immer wieder schöne Zwwischensequenzen zu bestaunen, am Anfang wird euch sogar ein stilechte Bond Eröffnungssequenz mit Gesang gezeigt. Der in Pro Logic 2 abgemischte Soundtrack bietet klassische Bondthemen und gute Effekte und unterstützt somit die Bondatmosphäre perfekt.

Axels Meinung:
007 Nightfire erinnert sehr stark an seinen Vorgänger Agent im Kreuzfeuer, dennoch gibt es einige Verbesserungen zu vermelden. Erstens sieht die Grafik noch besser aus, zweitens lässt sich Bond nun perfekt steuern, ein Punkt den viele Spieler beim Vorgänger kritisierten. Die Bondatmosphäre ist einfach perfekt in das Spiel übertragen worden, alle Elemente, welche die Filme so beliebt gemacht haben, sind auch im Spiel vertreten. Dennoch gibt es auch ein wenig Kritik am Spiel: So sind einige der späteren Levels recht unfair und nur durch Trial & Error zu lösen, was dank der recht spärlich verteilten Rücksetzpunkte dann doch Nerven kosten kann. Hat man sich dann doch letztendlich bis zum Ende durchgearbeitet, wird man ob der Kürze doch etwas enttäuscht sein, denn wie der Vorgänger mangelt es Nightfire vor allem an Umfang. Dies macht der wirklich gelungene Mehrspielermodus dann doch noch wieder wett, so dass Bond-Fans und Actionspieler hier Bedenkenlos zugreifen können.
 
Axel Kothe, 01.12.2002
Grafik: 85%
Sound: 84%
Spielspaß: 83%
Disclaimer / Haftungsausschluss
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Electronic Arts
Entwickler:
Eurocom
Vertrieb:
Electronic Arts
Erscheinungs- termin:
29. November 2002
Preis:
ca 60 €
Altersfreigabe der USK:
ab 16 Jahren
Anzahl Spieler Offline:
1 - 4
Sprache:
Komplett Deutsch
Datenträger:
1 Mini-DVD
Anleitung:
28 Seiten s/w, komplett Deutsch
Speicher:
2 Blöcke
Andere Versionen:
Playstation2, Xbox