Game Review
Antz Extreme Racing
Rennspiele mit echten Fahrzeugen gibt es ja auf der Xbox auch schon so kurz nach der Veröffentlichung ja schon genüge, was aber noch fehlt ist ein waschechter Fun-Racer. Hier springt nun Empire Interactive bzw. LSP in die Bresche und veröffentlicht das auf dem erfolgreichen Computer-Animationsfilm Antz von 1998 basierende Antz Extreme Racing auf den Markt.
Zur Feier ihres vierjährigen Thronjubiläums veranstaltet die Ameisenkönigin ein großes Wettrennen, an dem jedes Mitglied der Kolonie, egal ob Militär, Arbeiter oder Adel teilnehmen darf. Natürlich lassen sich das die Protagonisten aus dem Film, Arbeiter Z und Prinzessin Bala, sowie deren Freunde Weaver und Azteca nicht zweimal sagen und melden sich sofort für die Teilnahme. Dort treffen sie dann auch auf die Filmbösewichter Colonel Cutter und General Mandible, die sich das ebenfalls nicht entgehen lassen wollen.

Doch Anfangs könnt ihr im Einspielermodus nur mit den beiden Hauptfiguren, Z und Bala spielen. Im Gegensatz zu vielen Rennspielen, wo die Wahl des Charakters nur einen Einfluss auf Geschwindigkeit, Beschleunigung, Handling usw hat, ist hier die Wahl von größerer Bedeutung, muss doch jeder Charakter andere Rennen bestreiten, um Meister aller Klassen zu werden. Das bedeutet, dass ihr das Spiel mit jedem Charakter durchspielen solltet, um den vollen Umfang des Spiels zu erfahren.

Wie schon in der Einleitung erwähnt, handelt es sich bei Antz Extreme Racing um einen Fun-Racer ohne realistische Fahrzeuge. Doch mit was bewegt ihr euch dann fort? Etwa schon wieder mit Karts, wie schon Mario, Crash, Shrek und co? Ja, zumindest so ähnlich! Aber auch nein! Denn das Spiel legt sich nicht auf nur ein Fortbewegungsmittel fest. Je nach Stage, bzw. Herausforderung lenkt ihr nämlich entweder ein Kart-/ Seifenkisten-ähnliches Gefährt, eine Spinne, auf der ihr sitzt, ein Fluginsekt, das ihr als Rennflugzeug missbraucht, ein Blatt auf dem ihr wie mit einem Snowboard Abhänge hinunterrast oder den Charakter selbst zu Fuss über di Rennstrecken. Die Allermeisten Rennen bestreitet ihr dabei gegen fünf Computergegner im klassischen Fun-Racer Stil, das heißt also, mit einsammelbaren Power-Ups, die euch die üblichen Waffen wie zielsuchende und nicht zielsuchende Geschosse und Minen, sowie Extras wie Turbo und Schutzschild einbringen. In diesen Rennen müsst ihr euch also an die Spitze des Feldes innerhalb der drei zu absolvierenden Runden setzen, um die Höchstmögliche Punktzahl zu erreichen. Doch auch andere Herausforderungen warten auf euch, so müsst ihr euch gegen nur einen Gegner in einem spannenden Kopf an Kopf Duell ohne Waffen beweisen oder eine bestimmte Strecke innerhalb eines vorgegebenen Zeitlimits schaffen.

Die Strecken des Spiels sind vom Kinofilm inspiriert, viele Schauplätze kennen wir also schon von dort. Der Piknipplatz der Menschen ist dabei (Insektopia), der Teich, der Ameisenhügel natürlich sowie die Termitenkolonie. Je nach Level warten neben der Konkurrenz weitere Gefahren auf euch, der Menschenjunge trampelt einfach so mit seinen Riesenlatschen auf der Rennstrecke rum, Frösche sehen in euch ein willkommenes Frühstück und auch die Spinnen sehen es nicht gerne, wenn man sie beim Nestbau stört.

Auch für einen Vierspielermodus ist bei Antz Extreme Racing integriert. Wer will, kann sich hier also mit seinen Freunden im Wettkampf messen.

Technik:
Die interessanten Miniaturszenarien werden von der Xbox immer flüssig dargestellt. Das war aber auch schon alles, was man positives über die Technik bzw. Präsentation sagen kann. Leider ist die Grafik zwar flüssig, aber nur sehr undetailliert ausgefallen, die Texturen sind für die Xbox ein Witz, genauso wie die Polygonmodelle. Dazu kommt der viel zu starke Verwischeffekt beim Einsatz des Turbos, der den Einsatz des Turbos zu einem Glücksspiel macht, außer man kennt den Streckenabschnitt schon fast auswendig. Noch weniger toll als die Grafik kommt allerdings der Sound daher. Einfallslose Dudelmusiken ohne Pep, sowie nur sehr seltene, schwache Soundeffekte lassen leider überhaupt keine Rennatmosphäre aufkommen. Auch bei der sonstigen Präsentation hat man gespart, einen Vor- oder Abspann gibt es nicht.

Axels Meinung:
Antz Extreme Racing hat meiner Meinung nach zwei schwerwiegende Probleme: Erstens lockt die sehr magere Präsentation ganz sicher keinen Xbox-Besitzer mehr hinter dem Ofen vor, was sehr schade ist, bietet doch gerade eine solche Filmumsetzung genügend Möglichkeiten für Zwischensequenzen, Sprachausgabe und ähnliches. Zweitens steigt der Schwierigkeitsgrad nur langsam an, Profis sind bis zum Ende im Einspielermodus unterfordert – da kommt Langeweile auf. Doch Profis sind ja wohl auch nicht die Zielgruppe eines solchen Spieles, sondern die lieben kleinen, von denen aber wohl die wenigsten Zugriff auf eine Xbxo haben dürften... Doch egal, es gibt auch positive Aspekte: Durch die verschiedenen Rennarten und Fortbewegungsmittel bietet das Spiel relativ viel Abwechslung. Das Streckendesign kann auch überzeugen, die Kurse machen Spass, und können teilweise mit einigen schönen Abkürzungen aufwarten, die allerdings auch zusätzliche Gefahren mit sich bringen – sehr schön. Antz extreme Racing stellt für jüngere Spieler sicher kein Fehlkauf dar, Videospieleveteranen sollten sich dagegen nach etwas anderem umsehen.
 
Axel Kothe, 01.08.2002
Grafik: 58%
Sound: 41%
Spielspaß: 63%
Disclaimer / Haftungsausschluss
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Empire
Entwickler:
LSP
Vertrieb:
Vivendi Universal Games
Altersfreigabe der USK:
ohne Altersbeschränkung