Game Review
Aggressive Inline
Nachdem Acclaim schon mit Dave Mirra der Activision - Konkurrenz Matt Hoffman erfolgreich Paroli bieten konnte, heißt diesmal der Gegner Tony „Trendsportkönig“ Hawk – trotz unterschiedlicher Fortbewegungsmittel der Protagonisten. Lest in meinem Test, warum Tony um seinen Thron fürchten muss...
Es gibt ja inzwischen zahllose Tony Hawk Clones und Wannabes, aber keiner konnte bisher auhc nur annähernd an dessen Thron rütteln – außer Thrasher – Skate and Destroy vom damals noch recht unbekannten Entwickler Z-Axis. Thrasher war zwar für sich gesehen durchaus erfolgreich, gegen die unglaublichen Verkäufe eines Tony Hawk hatte man nichts zu melden. Während Neversoft von nun an einen Tony Hawk Titel nach dem anderen produzierte, wechselte Z-Axis von Take 2 zu Acclaim und wandte sich der Dave Mirra Serie zu. Jetzt, einige Jahre und mehrere Softwaregenerationen später wagen Z-Axis einen weiteren Angriff auf die Tony Hawk Bastion mit Aggressive Inline.

Vieles was uns in Aggressive Inline präsentiert wird kennen wir schon von der ganzen Konkurrenz, doch bietet das Spiel auch einige sinnvolle und innovative Neuheiten. Bei den Spieloptionen entdecken wir noch nichts außergewöhnliches, Anfänger geben sich zunächst das Training, für ein kurzes Spielchen zwischendurch eignet sich ein kurzer Einzellauf. Wirklich interessant ist aber doch nur der Karrieremodus. Ihr startet eure Karriere mit einem bis dato noch ziemlich unerfahrenen und unbekannten Jungskater, der im Laufe der Zeit immer mehr Tricks lernt und seine allgemeinen Fähigkeiten verbessert.

An Skatern stehen euch einige lizenzierte Profis zur Verfügung, sowie noch einige aufreizende Mädels und verrückte andere Charaktere, die teilweise allerdings erst freigespielt werden müssen. Allerdings macht sich eure Wahl auch nur optisch bemerkbar, unterschiedliche Tricks oder Fähigkeiten haben die Charaktere im Gegensatz zu Tony Hawk und vielen anderen Games nicht. Die Spezialfertigkeiten müsst ihr eurem Skater nämlich schon selbst antrainieren, wenn ihr zum Beispiel viele Wallrides macht, beherrscht eure Figur diese mit der Zeit immer besser. So trainiert ihr also euren Skater in den verschiedensten Disziplinen, damit ihr in den späteren Stages auch überhaupt eine Chance habt, die mannigfaltigen Aufgaben, die euch gestellt werden, zu lösen.

Von diesen Aufgaben gibt es in Aggressive Inline nämlich einen ganzen Haufen, über 30 Stück pro Areal. Einen Teil davon kennt ihr schon zu Beginn eures Laufes, wie zum beispiel das Erreichen einer bestimmten Punktzahl. Weitere und meist interessantere Aufgaben erhaltet ihr an speziell markierten Punkten im Level auf Knopfdruck. Diese sind dann oft auch zeitlich beschränkt und ihr müsst euch ausnahmsweise mal ranhalten um die Aufgaben zu erledigen. Sonst habt ihr nämlich, im Gegensatz zur gesamten Trendsportkonkurrenz, keinerlei Zeitdruck auf euch lasten, den nervigen Timer aus anderen Spielen haben sich die Entwickler gespart. Dass ihr aber trotzdem nicht tatenlos im Level herumsteht haben sich die Jungs von Z-Axis den sogenannten Juice-Balken einfallen lassen, der nach und nach abnimmt. Ist er leer, ist euer Lauf vorbei, doch zum Glück könnt ihr ihn mit Tricks wieder zum Überlaufen bringen. Ist das Juicemeter voll, seid ihr On Fire, ihr seid nun besonders schnell auf euren Skates unterwegs und könnt entsprechend spektakulärere Tricks ausführen – doch Vorsicht, landet ihr auf der Nase, ist auch der Juice weg.

An Tricks kennt ihr schon sehr viel von der Skateboardkonkurrenz, inklusive Manuals, Reverts (Hier Cess-Slide genannt), Grinds, Sprünge, Wallrides und Flips. Doch auch einige mit dem Board nicht machbare Tricks sind dabei, so könnt ihr euch per Knopfdruck an horizontalen wie vertikalen Stangen festhalten und so herumschleudern, über niedrigere Hindernisse setzt ihr mit einem Salto hinweg, Autos und Busse dienen nicht nur als Grindobjekte, sondern dürfen auch als Zugmaschinen benutzt werden.

Auf insgesamt sieben Arealen dürft ihr euch mit eurem Skater austoben, die Szenarien reichen von einem abgedrehten Vergnügungspark über ein Museum bis hin zu einem Filmstudio in Hollywood. Fast unglaublich ist dabei der Umfang der Areale, selbst wenn ihr schon einige Stunden dort verbracht habt, findet ihr immer wieder neue Geheimnisse und Abschnitte. Teilweise müssen diese Abschnitte auch erst durch das erfüllen von Aufgaben oder das finden von Schlüsseln geöffnet werden.

Wer trotzdem irgendwann mal die Schnauze voll hat von immer den selben Levels, kann sich im Parkeditor eigene Parks zusammenbasteln. Einen Skatereditor hat Z-Axis dem Spiel aber nicht gegönnt. Genreüblich dürfen auch wieder zwei Spieler gegeneinander in zahlreichen Disziplinen gegeneinander antreten.

Technik:
Optisch ist hebt sich Aggressive Inline ebenfalls Tony Hawk ab, alles wirkt etwas schmutziger und weniger steril. Die Sichtweite in den Levels sowie die technische Ausführung sind ebenfalls gut gelungen, Ruckler oder Slowdowns sind mir nicht aufgefallen.
Zur akustischen Untermalung gibt es mal wieder lizenzierte Tracks von Saliva, P.O.D. und anderen eher unbekannten Bands aus dem Rap, Rock und Punk – Bereich.

Axels Meinung:
Wow, Respekt Z-Axis und Acclaim! Ihr habt es doch tatsächlich geschafft, alle Tugenden eures großen Vorbilds und Konkurrenten Tony Hawk zu übernehmen und ein paar sinnvolle Änderungen hinzuzufügen, ohna dabei die hervorragende Spielbarkeit zu vergessen! Super Steuerung, einwandfreie Kollisionsabfrage, unzählige versteckte Extras und Areale zum entdecken, spannende aufgaben, interessante Charaktere – alles ist dabei! Einige Spieler werden sich zurecht darüber aufregen, dass die Skater keine unterschiedlichen Tricks drauf haben und sich alle gleich spielen, ansonsten konnte ich keinen Makel erkennen. Ob nun Tony Hawk 3 oder Aggressive Inline eher euer Ding ist, müsst ihr für euch entscheiden, ich persönlich ziehe den Newcomer wegen der phantastisch designten Areale, des etwas flotteren Gameplays, der hübscheren Grafik und vor allem des fehlenden Zeitdrucks dem alten Hasen vor. Aggressive Inline ist für mich der neue Trendsport – Gott!
 
Axel Kothe, 01.09.2002
Grafik: 85%
Sound: 86%
Spielspaß: 90%
Disclaimer / Haftungsausschluss
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Acclaim
Entwickler:
Z-Axis
Vertrieb:
Acclaim
Erscheinungs- termin:
August 2002
Preis:
ca 60 €
Altersfreigabe der USK:
ab 12 Jahren
Anzahl Spieler Offline:
1 - 2
Sprache:
Deutsch
Datenträger:
1 DVD
Andere Versionen:
Xbox, Gamecube