Game Review
Blazing Angels - Squadrons of WWII
Der Zweite Weltkrieg als Spielhintergrund erfreut sich größter Beliebtheit bei den Videospieldesignern. Dabei wird das Thema vor allem in Ego-Shootern verschiedenster Machart verwurstet, was zu einer gewissen Sättigung bei manchen Spielern geführt hat. Umso erfreulicher ist es, wenn das Thema auch mal für andere Genres verwendet wird. Neben dem PC-Adventuregame Undercover – Operation Wintersonne, das im Herbst erscheinen soll, ist das Flugzeug-Actionspiel Blazing Angels, das hier Gegenstand des Tests ist, ein solcher Vertreter.
Man übernimmt in Blazing Angels die Rolle eines amerikanischen Piloten, der zunächst zur Unterstützung der britischen Streitkräfte in den Krieg zieht. Dabei verschlägt es euch in die Lüfte über London und sogar bis Nordafrika. Weiter geht’s dann gegen die Japaner in Pearl Harbour und Japan, bis es schließlich wieder aufs europäische Festland geht, um die Truppen Hitlers zu zerschlagen. Nach und nach schart ihr eine Gruppe von amerikanischen Piloten um euch, die fast alle Einsätze gemeinsam angehen und sich in Notsituationen gegenseitig aushelfen. Als Captain dieser Truppe könnt ihr den Jungs befehle geben, die sie dann auch sofort in die Tat umsetzen. Neben der Wahl zwischen normaler oder Angriffs- bzw. Verteidigungsformation könnt ihr jedem der Jungs auch einen ganz speziellen Befehl geben. So greift Frank das von euch anvisierte Ziel an, Tom lenkt das Feuer auf sich, um euch den Rücken freizuhalten, und Joe, der Mechaniker gibt euch Tipps, wie ihr eure Maschine im Flug wieder auf Vordermann bringt. Letzteres erfolgt in Form von Tastenkombos, die ihr während des Fluges eingeben müsst. Macht ihr das richtig, ist die Maschine wieder wie neu, macht ihr es falsch, müsst ihr einen Augenblick warten, bevor ihr nochmals den Befehl geben könnt.

Je nach Mission bemannt ihr unterschiedliche Flugzeuge mit unterschiedlicher Bewaffnung. In einer Mission ist er gar eure Aufgabe eine Aufklärungsmission ohne Waffeneinsatz zu fliegen, statt Waffen schießt ihr dann Fotos. Ansonsten kommen allerdings hauptsächlich die Bordmaschinengewehre zum Einsatz. Als Sekundäre Waffen stehen euch dann je nach Mission entweder einfache Raketen, Bomben oder Torpedos zur Verfügung.

Als Missionen erwarten euch unter anderem Beschützungsaufträge, meist von Bombern die ein wichtiges Bodenziel zerstören sollen oder von Bodentruppen, denen ihr den Weg freisprengen müsst. Ebenfalls beliebt als Beschützungsziele sind Landebahnen. In einer anderen Mission müsst ihr einen vereisten Fjord entlang fliegen. Habt ihr es heil durch die enge Schlucht geschafft, wartet eine geheime Fabrikanlage darauf, von euch vernichtet zu werden. Und schließlich noch dürft ihr in einer weiteren Mission die Geschütztürme einer B52 Flying Fortress besetzten und das fliegen jemanden anderem überlassen.

Neben der Kampagne bietet das Spiel noch weitere Einzelspielermodi. Die Mini-Kampagne wirft euch direkt entweder in eine Bomben-Mission oder in eine Dogfight-Mission. Jeweils sechs dieser Mission gibt es, bezwingt man ihr alle, werden eure Flugzeuge in der Kampgane aufgewertet mit besseren Waffen. Der Arcade-Modus schickt euch in den Kampf gegen ein eine Gegnerwelle nach der anderen. Und schließlich der Ace Duell – Modus ist der Zweikampf zwischen euch und einem Computer-Fliegerass mit exakt der gleichen Maschine. Wie es sich für so ein Spiel gehört, bietet Blazing Angels natürlich auch einen Multiplayermodus, sowohl über Splitscreen, als auch über System Link oder Xbox Live. Hier gibt es Coop-Play gegen den Computer, alle gegen alle und Teammatches.

Technik:
Grafisch weiß Blazing Angels vor allem in den aufwändigen Stadtlevels wie London und Paris zu überzeugen, allerdings wird dieser Eindruck etwas getrübt durch unangenehmes Tearing und gelegentliche Ruckler in HD. Geschmackssache sind die teilweise übertriebenen Farbfilter, die über die Grafik gelegt wurden und der Umgebung einen künstlichen Touch geben. Insgesamt ist der grafische Eindruck deshalb nur gut. Der Soundtrack besteht aus typischen Militärfanfaren die man aus ähnlichen Spielen und den entsprechenden Filmen kennt. Dazu kommen natürlich die entsprechenden Motorengeräusche, Schüsse und Explosionen, sowie ständiges Funkdurcheinander, sowohl von den eigenen Reihen, als auch von den Feinden.

Axels Meinung:
Wie bei solchen Spielen auf Konsolen üblich, hat man bei Blazing Angels auf realistische Physik und Flugverhalten verzichtet, was dem leichten Einstieg und pausenloser Action, und damit mir persönlich, sehr entgegenkommt. Das Spiel gehört zu den besseren Vertretern seiner Art, und konnte mich dank der guten Grafik und den gelungenen Multiplayermodi für längere Zeit an die Konsole fesseln. Schade ist eigentlich nur, dass der Spaß durch teilweise heftige Tearinganfälle getrübt wird und man bei manchen Missionen nur durch Trial & Error die beste Vorgehensweise herausfinden kann. Von diesen (in meinen Augen) Kleinigkeiten abgesehen ist Blazing Angels ein gelungenes Spiel und eine Bereicherung der bisher noch eher schwach bestückten Xbox 360 Softwarebibliothek.
 
Axel Kothe, 24.06.8551
Grafik: 70%
Sound: 80%
Spielspaß: 80%
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Version:
US Verkaufsversion
Hersteller:
Ubi Soft
Entwickler:
Ubi Soft
Vertrieb:
Ubi Soft
Erscheinungs- termin:
März 2006
Preis:
ca 60 €
Altersfreigabe der USK:
ab 12 Jahren
Anzahl Spieler Offline:
1 - 2
Anzahl Spieler Online:
16
Sprache:
Komplett in Englisch
Datenträger:
1 DVD
Anleitung:
28 Seiten s/w, komplett in Englisch
Andere Versionen:
Xbox, PC