Game Review
Burnout Legends
Nachdem die Burnout – Serie auf den Heimkonsolen ein voller Erfolg ist, war eine Umsetzung für die Handhelds, gerade angesichts der Leistungsfähigkeit von Sonys PSP, nur eine Frage der Zeit. Burnout Legends nennt sich die Handheld-Variante, die sowohl für PSP als auch Nintendo DS erschienen ist, basierend auf dem Gameplay des dritten Teils, Burnout 3 – Takedown.
Wer den dritten Teil der Burnout-Serie auf den Heimkonsolen gespielt hat, fühlt sich sofort heimisch bei Burnout Legends. Neben einem Einzelevent – Modus gibt’s natürlich wieder die World Tour, bei der ihr nach und nach die einzelnen Events und Autos freischaltet. Grundsätzlich wird zwischen normalen Rennevents und Crashevents unterschieden, zwischen denen ihr auch jederzeit hin und her wechseln könnt. Rennevents gibt es 75 Stück, Crashkreuzungen gar insgesamt 100 Stück.

Die Action auf der Rennstrecke unterscheidet sich praktisch nicht von Burnout 3 – Takedown, das heißt dass die umstrittenen Takedowns wieder mit von der Partie sind und weiterhin eine maßgebliche Rolle spielen. Die Takedowns wurden mit den dritten Teil in die Serie eingeführt. Einen Takedown macht man, indem man einen Gegner so rammt, dass dieser einen Crash baut. Dadurch wird eure Boostleiste gefüllt, die euch noch deutlich schnelleres Fahren ermöglicht. Die Boostleiste kann zwar auch durch andere Manöver, wie gefährliches Fahren (z.B. auf der anderen Fahrbahnseite im Gegenverkehr, knapp an anderen Autos vorbeirasen), Drifts und Sprünge gefüllt werden, richtig effektiv klappt das allerdings nur durch die Takedowns. Dadurch fühlt sich das Spiel mehr wie ein Actionspiel auf Rädern, als ein normales Rennspiel an. Dies macht sich natürlich auch in den verschiedenen Rennevents bemerkbar.

Bei den Crashevents gilt es, mit voller Wucht in eine viel befahrene Kreuzung reinzurasen und dadurch einen möglichst hohen Schaden anzurichten. Ein Crash mit einem Tanklaster gibt natürlich entsprechend mehr Punkte als ein Crash mit einen Stinknormalen PKW. Habt ihr eine bestimmte Anzahl von Fahrzeugen in euren Crash verwickelt, bekommt ihr einen Crash-Breaker. Nun könnt ihr auf Knopfdruck euer Auto explodieren lassen und richtet damit noch mehr Schaden an. Crash-Breaker findet ihr auf manchen Kreuzungen auch als Extra, hier reicht eine Berührung um eine heftige Explosion auszulösen. Unterwegs sammelt ihr noch Medaillen für Bonuspunkte. Gestrichen im Vergleich zu Takedown wurden die Multiplikatorenextras, welche bei den meisten Spielern eher negativ angekommen waren.

Interessanter als die Crash-Events sind allerdings die Rennevents, welche man wiederum in verschiedene Arten unterteilen kann. Zum einen sind da natürlich die ganz normalen Rennen, bei denen es einfach darum geht, als erster über die Ziellinie zu rasen. Bei der Burning Lap müsst ihr vorgegebene Zeiten unterbieten und bei den Eliminator-Rennen scheidet in nach jeder Runde der letzte Teilnehmer im Fahrerfeld aus dem Rennen aus. Heftig geht’s im Road Rage Modus zur Sache. Ziel hier ist es, eine bestimmte Zahl von Takedowns zu erzielen. Im Face Off müsst ihr einen Gegner im One-on-one-Match besiegen, als Belohnung bekommt ihr sein Fahrzeug in die Garage gestellt. Aus Burnout 2 kommt als letzte Variante noch der Verfolgungsmodus. Hier müsst ihr als Gesetzeshüter einen Raser durch rammen seines Fahrzeugs zur Strecke bringen. Wenn ihr alle Rennevents einer Fahrzeugklasse geschafft habt, wartet noch ein Abschließender Grand Prix, wo ihr schließlich mehrere Rennen hintereinander absolvieren müsst.

Am Umfang gibt’s nichts zu meckern. Immerhin 17 verschiedene Strecken, allesamt aus vorhergegangenen Burnout-Episoden bekannt, haben es in das Spiel geschafft. Dazu kommen noch fast 90 verschiedene Fantasieautos, die ihr allerdings erst freispielen müsst. Dabei haben die Entwickler eine weitere kleine Hürde eingebaut: 5 der Karossen sind sogenannte Sammlerautos, von denen nur ein einziges auf der UMD enthalten ist. Um an die anderen 4 Karren zu kommen, müsst ihr andere Burnout Legends – Besitzer finden und sie zu einem Duell auffordern. Besiegt ihr den Gegner, gehört sein Wagen euch (Er behält ihn aber trotzdem, also keine Angst). Sehr lobenswert ist die Gamesharing-Funktion: Für ein Wi-Fi Match reicht eine einzige UMD.

Technik:
Technisch ist die Umsetzung auf das PSP fast schon ein kleines Meisterwerk. Pfeilschnelle Grafik, spektakuläre Crashs, hübsche Fahrzeuge und Strecken mit extrem vielen Details begeistern. Dabei übersieht man gerne schon mal den ein oder anderen Slowdown. Musikalisch gibt’s wieder den bekannten Lizenzpunkrock, der gut zum flotten Geschehen passt. Dankenswerterweise wurde dieses mal auch auf den nervigen Radio-Kommentator aus dem dritten Teil verzichtet.

Axels Meinung:
Wow, ich bin echt überrascht, wie gut die Umsetzung geworden ist. Burnout Legends ist einer der Titel, die zeigen, was das PSP alles leisten kann. Ich selbst bin ein großer Fan der Burnout-Serie, es gibt kein besseres Rennspiel für den kleinen Adrenalin-Rausch zwischendurch. Was mich an der Umsetzung stört das sind Kleinigkeiten. Zum Beispiel, dass es keinen Hubschrauberflug mehr über die Crashkreuzungen gibt, bei dem man seine Fahrt etwas analysieren kann, oder die gelegentlichen, kleinen Slowdowns oder die Ladezeiten. Diese Mängel sind aber schnell vergessen, sobald man ein Rennen gestartet hat, so bleibt mir nichts anderes übrig, als euch zum zugreifen zu raten!
 
Axel Kothe, 09.01.2006
Grafik: 90%
Sound: 80%
Spielspaß: 90%
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Electronic Arts
Entwickler:
Criterion Studios
Vertrieb:
Electronic Arts
Erscheinungs- termin:
September 2005
Preis:
ca 50 €
Altersfreigabe der USK:
ab 12 Jahren
Anzahl Spieler Offline:
6
Sprache:
Multilingual, inkl. Deutsch
Datenträger:
1 UMD
Anleitung:
20 Seiten s/w, komplett in Deutsch
Speicher:
160kb +
Andere Versionen:
Nintendo DS