Game Review
Half-Life 2
Screenshots (16)
Eines der Meisterwartetesten Spiele dieser Generation ist nun endlich erhältlich: Die Xbox-Umsetzung des PC Megahits Half-Life 2. Was es mit dem Hype auf sich hat, ob das Spiel wirklich so gut ist und ob Konsoleros endlich eine würdige Version eines Half-Life Spieles erhalten, erfahrt ihr im Test.
Half-Life und Konsolen, das passt nicht zusammen - bisher zumindest. Wir erinnern uns: Nach dem riesigen Erfolg des Erstlings auf dem PC sollte eine erweiterte Fassung für Segas Dreamcast erscheinen. Sollte. Denn nach vielen Verschiebungen wurde die fast fertige Umsetzung ein Opfer der sehr, sehr kurzen Lebensspanne der Sega-Konsole und wurde letztendlich eingestampft. Erst einige Zeit später tauchte in illegalen Quellen eine spielbare Version auf, die bewies, dass das Spiel praktisch fertiggestellt war. Es folgte eine PlayStation2 – Version, die allerdings grafisch und technisch derart schwach auf der Brust war, dass vom ursprünglichen Meisterwerk nicht mehr viel übrig geblieben war.

Entsprechend skeptisch waren dann auch die ersten Stimmen, als eine Xbox-Version des deutlich erweiterten und sehr beeindruckenden zweiten Teils angekündigt wurde. Doch die ersten Bilder und Videos ließen die Kritiker verstummen. Nun ist die finale Version im Handel und eines lässt sich vorweg schon sagen: Die Umsetzung ist gelungen.

Nach den Ereignissen des ersten Teils findet sich Gordon Freeman, unser Held, in der von dem Combine-Milizen beherrschten City 17 wieder. Mit eiserner Hand wird hier die Bevölkerung unter Kontrolle gehalten. Doch im Untergrund regt sich leiser Widerstand, angeführt von Gordons Bekannten aus Black Mesa, die euch auch gleich bei der Flucht aus den Klauen der Milizen helfen. Und das ist gar nicht so einfach, denn die Soldaten sind überall und sie werden noch zudem von fliegenden Roboterdronen unterstützt.

Doch die Milizen und deren technisches Gerät bleiben nicht die einzigen Feinde in Half-Life 2. Schon nach kürzester Zeit trefft ihr auch noch auf allerlei grässliches Mutantengetier, wie Facehugger und Sandlöwen. Das kennt Gordon ja schon zur Genüge aus Black Mesa und bekämpft es, beziehungsweise macht es sich im Kampf gegen die Milizen auch später zu Nutzen.

Für den Kampf stehen Gordon zahlreiche Waffen zur Verfügung. Zu Anfang ist man mit Pistole und Brecheisen nur sehr spärlich ausgestattet, später bleiben mit Schrotflinte, Raketenwerfer, Maschinenpistole und co. kaum noch Wünsche offen. Besonders fein ist die Gravitron – Waffe, bei der die geniale Physik-Engine im Spiel zur Geltung kommt. Mit dieser Waffe lasst ihr Gegenstände wie Gegner in der Luft schweben, schleudert Sägeblätter oder Benzinfässer auf die Feinde. Das spart Munition und macht dazu auch noch riesigen Spaß. Aber auch als Werkzeug taugt die Waffe. Ist der Weg durch Autos versperrt? Kein Problem, mit der Gravitron räumt ihr sie einfach zur Seite. Aber auch ohne dieses Gerät könnt und müsst ihr mit der Physik arbeiten. Stapelt Kisten und Backsteine aufeinander, oder baut euch eine Brücke über einen Abgrund, damit ihr weiterkommt. Oder lasst ein fass einen Abhang runterrollen, dass dann vom dort versteckt hängenden Feind abfangen wird. Eröffnet nun das Feuer auf das Fass, welches dann in der Explosion den Feind mit über den Jordan nimmt und euer Weg ist frei.

Damit es keine Blasen an die Füße gibt, darf Gordon auch ab und zu ein Gefährt wie einen Buggy oder ein Amphibienfahrzeug besteigen und damit komplette Level absolvieren. Diese könnt ihr auch zwischendurch verlassen und den Weg freiräumen, bevor es weitergeht. Auch halsbrecherische Stunts lassen sich mit den Dingern ausführen.

Während Valve bei der Ausstattung des Singleplayermodus also nicht gespart hat, sieht es bei den sonstigen Modi ziemlich erbärmlich aus – es gibt nämlich keine. Kein Online, kein Offline-Koop – überhaupt kein Multiplayer.

Technik:
Auch wenn die technische Umsetzung vom PC her sehr gut gelungen ist, musste das Spiel dann doch ein paar Federn lassen. So sind die Texturen nicht ganz auf dem obersten Xbox-Level und die Framerate bricht öfters mal ein. Ebenfalls störend sind die häufigen Nachladepäuschen. Der Gesamteindruck ist aber, dank der liebevoll ausgestalteten Level und der tollen Physikengine immer noch sehr gut und für eine Umsetzung lobenswert. Noch besser macht sich allerdings der Sound, der in klarem 5.1 aus den Boxen schallt und hervorragend die düstere Sci-Fi Atmosphäre unterstützt und es bei den Gefechten richtig krachen lässt. Kritik kann man hier höchstens an der deutschen Lokalisation üben, die leider nur zweckmäßig ausgefallen ist. Zum Glück ist aber auch die englische Originalversion samt Untertitel enthalten, was dieses Manko für Englischkundige wieder ausgleicht.

Axels Meinung:
Genau so hat eine gute PC-Umsetzung auf der Xbox auszusehen! Sieht man von kleineren technischen Einschränkungen ab, bekommt der Konsolenspieler ein ebenbürtiges, hervorragend spielbares Actioninferno auf den Schirm, dass sich nicht hinter den Xbox-exklusiven Titeln verstecken muss. Kaufinteressenten sollten sich aber im Klaren sein, dass es sich um ein reines Singleplayer-Spiel handelt, das in Sachen Langzeitmotivation seine Schwächen hat. Das dürfte aber auch der einzige wirkliche Kritikpunkt neben den technischen Kleinigkeiten sein. Deswegen solltet ihr euch aber diesen Meilenstein nicht entgehen lassen, sofern ihr auch nur ein wenig mit dem Szenario anfangen könnt. Zugreifen!
 
Axel Kothe, 06.12.2005
Grafik: 85%
Sound: 85%
Spielspaß: 90%
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Electronic Arts
Entwickler:
Valve
Vertrieb:
Electronic Arts
Erscheinungs- termin:
November 2005
Preis:
ca 60 €
Altersfreigabe der USK:
keine Jugendfreigabe
Anzahl Spieler Offline:
1
Sprache:
Multilingual, inkl. Deutsch
Datenträger:
1 DVD
Anleitung:
20 Seiten s/w, komplett in Deutsch
Andere Versionen:
Keine anderen Versionen