Game Review
Pursuit Force
Wer erinnert sich noch an Chase H.Q., ein Arcadespiel aus den 80er Jahren vom japanischen Traditionshersteller Taito? Sehr viele werden es nicht sein, aber zumindest die Entwickler von Pursuit Force gehören wahrscheinlich dazu, denn die Grundidee beider Spiele ist recht ähnlich.
Wie beim Original geht es im Spiel um heiße Verfolgungsjagden, in denen ihr als Cop die bösen Buben unschädlich machen müsst. Das war’s dann aber auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. Musstet ihr in Chase H.Q. das gegnerische Fahrzeug rammen bis dieses brennend liegen bleibt, in Pursuit Force dagegen packt ihr eure Knarre aus und eröffnet das Feuer.

Kommt ihr den Verbrechern sehr nahe, verlasst ihr auf Knopfdruck euer Gefährt und springt mit einen eleganten Satz auf das andere Fahrzeug über. Noch in der Luft könnt ihr weiter mit der Knarre auf die Insassen draufhalten. Anschließend hängt ihr am Heck oder auf der Ladefläche des Fahrzeugs und weicht dem feindlichen Beschuss aus, versucht euer Gleichgeweicht zu halten und die Bad Guys auszuschalten. Ist das geschafft übernehmt ihr nicht nur deren fahrbaren Untersatz, sondern auch deren Waffen, die im Gegensatz zu eurer Standardpistole allerdings nur begrenzte Munition haben.

Dieser Fahrzeugwechsel ist nicht nur eine effektive Methode die Gegner auszuschalten, sondern auch unbedingt zum Überleben notwendig – euer Startfahrzeug ist nämlich nicht so schrecklich stabil und explodiert ebenfalls nach einigen Treffern und Karambolagen mit der Streckenbegrenzung oder dem Zivilverkehr. Verhindern lässt sich das nur durch einen Fahrzeugwechsel oder durch eine gute Spielleistung, bei der ihr auf unschuldige Zivilisten Rücksicht nehmt und diese nicht rammt. Dann füllt sich nämlich eine Leiste und ihr könnt auf Knopfdruck sowohl euer Fahrzeug reparieren als auch eure Lebensenergie wieder auffüllen.

Falls ihr euch wundert, warum immer nur von Fahrzeugen, und nicht von Autos die Rede ist, dann liegt das daran, dass ihr neben zahlreichen verschiedenen Autos im Laufe des Spiels auch Motorräder, Boote und Hubschrauber besteigt... sogar einige Abschnitte zu Fuß gilt es zu bewältigen.

Überhaupt haben sich die Entwickler um Abwechslung bemüht. Zwar bleibt das grundlegende Missionstrickmuster immer gleich, dennoch wird es so schnell nicht langweilig. Zunächst wäre da die Story mit den fünf verschiedenen Gangs (Mafia, Warlords, Convicts und co.) die jeweils andere Ziele haben und auch andere Fahrzeuge und Waffen verwenden. Außerdem ist es eher die Regel denn die Ausnahme, dass ihr innerhalb einer Mission auf einer völlig andere Fahrzeugart umsteigt (z.B. Auto > Boot ) oder sich eure Missionsziele (z.B. Geleitschutz, unauffälliges Verfolgen, Jagd, Auslöschung) durch einen Funkspruch vom Boss ändern. Zudem ist das Streckennetz mit rund 400km auch recht umfangreich ausgefallen.

Technik:
Hier gibt’s nur wenig zu meckern: Die Straßenzüge haben ziemlich eckige „Kurven“, das stört den guten Eindruck etwas. Davon abgesehen kann Pursuit Force überzeugen: Die hübschen Strecken und detaillierten Fahrzeuge ergeben gepaart mit einem guten Geschwindigkeitsgefühl ein optisch tolles Spielerlebnis. Ebenfalls gelungen sind die einleitenden Storyvideos. Beim Sound überzeugt vor allem die witzige Sprachausgabe, aber auch sonst klingt’s gut. Die Steuerung ist trotz der relativ vielen Möglichkeiten schnell erlernt und geht gut von der Hand. Die Ladezeiten könnten etwas kürzer sein, allerdings könnte sich das bei der endgültigen Kaufversion noch verbessern.

Axels Meinung:
Na endlich kommt mal wieder ein gelungener PSP-Titel der nicht eine Umsetzung / Remake / Sequel eines bekannten (PlayStation –) Brands ist. Auf den ersten Blick hat man mit Pursuit Force einen echten Hit im Laufwerk – tolle Grafik, spektakuläre Verfolgungsjagden, coole Movies, witzige Sprachausgabe und viele verschiedene Fahrzeuge lassen frohlocken. Leider wird das Spielprinzip mit der Dauer etwas fade, obwohl die Entwickler sichtlich bemüht waren, das zu verhindern. Außerdem vermiesen einem die hakeligen Laufsequenzen etwas den Spielspaß. Last but not least sollte man auch frustresistent sein: Der Schwierigkeitsgrad ist schon gleich in den ersten Missionen auf einem hohen Niveau. Trotz der Kritik möchte ich das Spiel dennoch allen empfehlen, die nach etwas anderem als die bekannten Brands und eine Herausforderung suchen.
 
Axel Kothe, 12.11.2005
Grafik: 80%
Sound: 70%
Spielspaß: 75%
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Version:
Deutsche Vorabversion
Hersteller:
Sony
Entwickler:
BigBig
Vertrieb:
Sony
Erscheinungs- termin:
November 2005
Preis:
ca 50 €
Altersfreigabe der USK:
ab 16 Jahren
Anzahl Spieler Offline:
1
Sprache:
Multilingual, inkl. Deutsch
Datenträger:
1 UMD
Andere Versionen:
Keine anderen Versionen