Game Review
Wipeout Pure
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Zum Release der neuen Wundermaschine PSP sorgte Sony Entertainment selbst mit knapp einem Dutzend Start-Titeln für einen gelungenen Einstand - zumindest quantitativ. Qualitativ sollte die Portierung bekannter Titel für Erfolg sorgen; mit dabei „Ridge Racer“, „F1 Grand Prix“ oder „Wipeout Pure“. Letzterer verursachte bei der offiziellen Ankündigung frenetischen Jubel. So ist die Wipeout-Serie mit seinem futuristischen Rennkonzept, seiner glänzenden Optik und seiner atemberaubenden Geschwindigkeit seit alters her fast immer ein Garant für hochwertigen Spielgenuss.
Die Stadt in den Wolken

Ganz sanft und schwerelos gleiten wir in unserem Antigrav-Fahrzeug dahin. Rechts und links erheben sich prächtige Bauten. Der tiefblaue Himmel entblößt hier und dort ein paar Sterne - die rasend hohe Geschwindigkeit, mit der wir uns bewegen, bringt die Zeit fast zum Stillstand. Doch es scheint als konzentrierten sich unsere Augen zu sehr auf Dinge, die... momentan überhaupt keine Rolle für uns spielen! Wir befinden uns mitten in einem Rennen auf Leben und Tod - heftig werden wir aus unseren abschweifenden Gedanken gerissen. Plötzlich, wie aus dem Nichts, schießen dicke Plasma-Kugeln in unser Gefährt und machen uns fahrunfähig. Die Schiffe Auricom und Triakis jagen an uns vorbei, verspotten uns mit ihrem immer weiter in die Ferne rückenden Heck. Zwei weitere Raketen nähern sich von hinten. Noch ein Treffer! Als gewaltiger Feuerball rasen wir in eine Leitführung. Die Explosion lässt von uns nicht mehr übrig als einen Haufen Asche und Staub.
Uns soll das nicht kümmern, wir klicken auf „erneut fahren“ und stellen uns der tödlichen Herausforderung – erneut.



Need for Speed? Wipeout!

Nachdem ein eigenes Profil erstellt wurde, gilt es sich den verschiedenen Spielmodi zu widmen. Für Einzelspieler kommen hierbei Einzelfahrten, Turniere, Zeitrennen und das freie Rennen in Frage. So werden neue Strecken und Gimmicks erst dann freigeschaltet, sobald der Spieler die verschiedensten Turniere erfolgreich abschließen konnte. Dabei steigert sich der Schwierigkeitsgrad von Wettbewerb zu Wettbewerb. An dieser Stelle sei gesagt; mit der künstlichen Intelligenz ist nicht gut Kirschen essen! Besonders in höheren Spielklassen, werden die Rennen immer actiongeladener und sorgen garantiert auch beim geübtesten Fahrer für Schweißausbrüche.
Während man beim Zeit-, sowie beim freien Rennen gegen die Uhr antritt um immer neue Streckenrekorde aufzustellen, gilt es sich beim Einzelrennen und dem Turnier-Modus gegen computergesteuerte Fahrzeuge zu behaupten – als Belohnung winken entsprechende Medaillen. Zu diesem Zweck säumen verschiedenartige Felder die Strecke. Da wären zum einen Beschleunigungs-Pads, die Fahrzeuge binnen hundertstel Sekunden einen ungeahnten Geschwindigkeitszuwachs bringen, zum anderen bekommt man per Zufallsgenerator bestimmte Items zugeteilt, die das Rennen angenehmer gestalten sollen: so beschützt beispielsweise der elektromagnetische Schild vor Angriffen. Der Autopilot übernimmt kurzzeitig das Steuer des Spielers und manövriert auch durch die schwierigsten Streckenabschnitte. Minen und andere Waffensysteme kümmern sich um die aktive Beseitigung etwaiger Konkurrenten. Den Spieler macht zusätzlich eine freundliche Computerstimme auf Gefahrengegenstände (wie Minen auf der Fahrbahn) aufmerksam.




Futuristisches Racingerlebnis

Um die Energieleiste des Gleiters wieder aufzufüllen, muss man sich jedoch entscheiden: entweder man verwendet die zufallsgenerierten Items zum Nutzen der entsprechenden Funktion, oder die Energie wird dazu verwendet, Schäden am Vehikel auszumerzen. Die richtige Wahl entscheidet zwischen Sieg und Niederlage!
Neu sind die Fahrten in der sogenannten „Zone“. In diesem minimalistischen Spielmodus ist man allein auf weiter Flur; es gilt eine bestimmte Strecke so lang als möglich zu befahren. Die Energieleiste kann hier nirgends aufgefüllt werden, sodass etwaige Schäden durch Fahrfehler, irgendwann zum Ende der Fahnenstange führen. Je länger man den tödlichen Crash hinausschiebt, desto mehr Zonen befährt man automatisch. Um dem Ganzen den nötigen Pfiff zu verleihen, erhöht sich die Geschwindigkeit des Gleiters mit jeder absolvierten Runde. Grafisch wurden diese „Neotronic Albino-Strecken“ besonders fein herausgeputzt, so verzieren beispielsweise monochrome Vektorgrafiken das Spielgeschehen.
Die hochtechnisierten Gleiter der fernen Zukunft unterscheiden sich übrigens hinsichtlich ihrer maximalen Geschwindigkeit, ihrer Beschleunigung sowie ihrer Manövrier-, und Wiederstandsfähigkeit. Selbstverständlich gibt es auch designtechnisch Unterschiede, für jeden Geschmack ist das Richtige dabei.
Abschließend können per Wifi spannende Mehrspielerpartien ausgetragen werden. Bis zu acht Spieler können so zwischen den zwölf verschiedenen Strecken wählen. Die Online Funktion soll es zusätzlich erlauben, Fahrzeuge, Skins oder Strecken herunterzuladen.




Das wirklich hervorragende Intro kündigt es schon an: in Punkto optischer und akustischer Präsentation ist Wipeout Pure derzeit ungeschlagen. Es scheint als hätte Sony Entertainment Europe eine Kunst-Akademie gestürmt, die talentiertesten Studenten zusammengetrieben und für sich unter Vertrag genommen. Die Design-Studien der virtuellen Boliden machen von Anfang an Lust auf mehr und auch die Wipeout-üblichen elektronischen Klänge können begeistern! Diese erinnern ein wenig an die rockigen techno-beats von „Forsaken“ und sind ebenso innovativ wie genial. Graphisch geht das Spiel an die Grenzen der Hardware: grelle Lichteffekte werden genauso problemlos dargestellt, wie Partikel-, und Raucheffekte. Unterwasserabschnitte strahlen in aller Farb-Pracht und auch gegen Sterilität kennt man Mittel und Wege: ob vorbeifliegende Zeppeline oder vorrüberziehende Vogelschwärme – an dynamischen Detailreichtum mangelt es nicht. Konstante Frames sorgen auch bei schlimmsten Konfliktsituationen für ungebremsten Spielspaß. Lediglich leichte Schlieren trüben den optischen Eindruck ein wenig. Auch spielerisch kann Wipeout Pure voll und ganz überzeugen. Die Fahr-Physik ist zu Gunsten des Gameplays nicht zu schwammig ausgefallen, sodass man auch in den engsten Kurven noch ausreichend Kontrolle über die Gleiter besitzt. Ein Fahrspaß der Extraklasse!

Fazit: Wipeout Pure bietet einfach alles was einen Titel zum absoluten „must-have“ macht: ein innovatives Spiel-Konzept, exzellentes Gameplay, eine hervorragende Klang-Kulisse, beeindruckende Grafik, einen genialen Multiplayer-Modus, sowie eine unschlagbare Präsentation. In höheren Spielklassen ist der Zukunfts-Racer äußerst anspruchsvoll, was sich sehr positiv auf die Langzeitmotivation auswirkt. Durch die offiziellen Features der Online-Funktion , wird auch das Manko der geringen Streckenzahl rasch beseitigt. Mit Wipeout Pure hat Sony wahrlich alles richtig gemacht!
 
Philipp Oppermann, 02.11.2005
Grafik: 90%
Sound: 90%
Spielspaß: 90%
Disclaimer / Haftungsausschluss
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Sony
Entwickler:
Sony
Vertrieb:
Sony
Erscheinungs- termin:
30. August 2005
Preis:
ca 50 €
Altersfreigabe der USK:
ohne Altersbeschränkung
Anzahl Spieler Offline:
8
Sprache:
Deutsch
Datenträger:
1 UMD
Anleitung:
Deutsch
Andere Versionen:
Keine anderen Versionen