Game Review
Batman of the Future - Return of the Joker
Seit es Videospiele gibt, sind Umsetzungen mehr oder weniger bekannter Comic-Serien beliebt, wobei die umgesetzten Spiele meist ziemlich schwach waren und nur Hardcore Fans der jeweiligen Serie begeistern konnten... Ob Ubi Soft es diesmal mit dem Nintendo 64 Titel „Batman Of The Future – Return Of The Joker” besser gemacht hat oder nur eine weitere schlechte Umsetzung der beliebten Batman-Serie abgeliefert hat, erfahrt ihr in diesem Bericht:
Die Story:
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Der alte Batman Bruce Wayne hat sich aus dem Leben als Retter und Beschützer von Gotham City und der Erde zurückgezogen, doch der junge Terry McGinnis hat seine Nachfolge angetreten und wird nun unter Leitung des alten Batmans der neue Verbrecherbekämpfer.
Dies ist auch bitter nötig, denn der Joker, der scheinbar unsterbliche Clown, hat wieder einmal einen teuflischen Plan ausgeheckt und versucht nun mit seiner Bande, den Jokerz, Computerteile zu klauen, um mit deren Hilfe einen Supercomputer zu bauen, mit dessen Hilfe er einen Laser-Satelliten kontrollieren kann, und dieser Satellit in den Händen des Jokers bedeutet unweigerlich Ärger...

Das Spiel:
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Man könnte dieses Spiel am besten als „Action-Prügel-Hüpfspiel“ beschreiben.
Man übernimmt die Rolle des „neuen“ Batmans und läuft oder hüpft durch gerade einmal 5 verschiedene Level, die alle nicht allzu groß sind und von allerlei Gegnern bevölkert sind.

Zu Anfang des Spiels hat man auf dem Titelbildschirm die Wahl zwischen vier verschiedenen Optionen:
1. Das Spiel auf dem „Mittel“ Schwierigkeitsgrad zu spielen.
2. Das Spiel auf dem „Schwierig“ Schwierigkeitsgrad zu spielen.
3. Das „Optionen-Menü“ aufrufen, in dem man die Steuerung, Lautstärke, Helligkeit etc. verändern kann, die üblichen Optionen halt.
4. Die Sprache umstellen, Englisch ist voreingestellt, man kann aber noch auf Deutsch und Französisch umstellen, wobei ich sagen muss, dass die (wirklich nicht zahlreichen) Texte gut übersetzt sind, keine großen Fehler und passen auch gut zum Spiel.

Ich empfehle erst einmal das Spiel auf „Mittel“ zu spielen, wenn man es ein oder zweimal durch hat, kann man sich ja mal an den „Schwierig“ Schwierigkeitsgrad wagen...

Vor jedem der fünf Level hat man die Wahl zwischen 4 verschiedenen „Batsuits“, also 4 verschiedenen Kampfanzügen, die sich sowohl in anderen Kampfwerte, einer anderen Steuerung und speziellen Eigenschaften unterscheiden.
Diese Auswahl ist ganz nett, wenn man sich einmal für einen Anzug entschieden hat, muss man diesen bis zum Ende des Levels nehmen, es sei denn man findet im Level selbst die Items, die die jeweiligen Anzüge freischalten, dann kann man auch während des Levels wechseln.
Diese Auswahl ist eine gute Idee, so kann der Standardanzug verschiedene Gegenstände wie Wurfsterne oder einen Kampfstab benutzen, der Angriffsanzug hat enorm starke Angriffswerte, kann sogar Stahlkisten zertrümmern und nimmt dem Gegner richtig viel Energie ab, der Defensivanzug hat starke Defensivwerte und kann einen Schild benutzen und mit dem Akrobatikanzug schließlich kann Batman doppelt so hoch springen, schneller laufen und in der Luft gleiten.
Wenn man also mal in einem Level nicht weiter kommt oder an einem bestimmten Endgegner hängt, sollte man es mal mit einem anderen Anzug versuchen, manche Passagen sind auch nur mit einem speziellen Anzug zu erreichen.
Generell empfehle ich eigentlich den Angriffsanzug, aber das sollte jeder für sich von Level zu Level probieren...

Vor jedem und nach jedem Level kommen kurze Textpassagen, die mit hübschen Comic-Bildchen unterlegt sind, die ein bisschen das typische „Batman-Comic Feeling“ aufkommen lassen. Während des Spiels erscheinen auch zwischendurch kurze Gespräche, wobei man jeweils ein kleines Profil des jeweils Sprechenden sieht.

Ansonsten laufen die Level immer nach dem gleichen Schema ab:
Man läuft zumeist von links nach rechts, wobei man auch ein paar Schritte jeweils in die Tiefe des Raums gehen kann, das Spiel ist also eher drei- und nicht zweidimensional.
Der Spieler hat immer 100 Energiepunkte und versucht diese natürlich möglichst nicht zu verlieren, während man sich durch die einzelnen Gänge schlägt, mehr oder weniger schlaue und starke Gegner besiegt, einigen kleineren Fallen ausweicht, manchmal erwartet den Spieler auch ein etwas stärkerer Zwischenboss und am Ende eines Levels erwartet meistens der Joker in Begleitung eines Komplizen, den man dann besiegen muss.
Nach fünf Leveln ist das ganze auch schon vorbei, die Story zu Ende und man hat das Spiel geschafft, ich habe dafür beim ersten Spielen ein bisschen mehr als eine Stunde gebraucht, ein durchschnittlicher Spieler, der sich ausreichend bemüht, sollte auch höchstens zwei Stunden brauchen!

Die Steuerung:
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Wie schon gesagt unterscheidet sich die Steuerung vereinzelt je nach Kampfanzug, generell kann man aber mit jedem Anzug springen, ducken, gehen, zuschlagen und treten. Je nachdem hat man dann noch eine Spezialattacke und kann den Anzug während des Spiels wechseln.
Die Steuerung ist eigentlich einfach und erlaubt dem Spieler auch etwas differenzierter anzugreifen, aber im Spiel braucht man eigentlich nur ab und zu zum Ausweichen die Duck- und Sprungtaste und ansonsten greift man den Gegner effektiv durch schnelles Drücken der Tritt-Taste an.
Die Steuerung ist zwar etwas träge, aber ansonsten ganz in Ordnung, nur man braucht wirklich einen Großteil der Tasten gar nicht, da es zumeist reicht den Attacken der Gegner auszuweichen und dann schnell zuzutreten.
Außer bei den Zwischen- und Endgegner braucht man eigentlich so gut wie nie nachdenken, stupides Draufprügeln reicht meist, besonders in den ersten drei Leveln.
Die Sprungpassagen verlangen auch so gut wie kein Geschick, alles in allem ist die Steuerung, die einzelnen Level und Gegner viel zu einfach und auf „Mittel“ hat man das Spiel mit etwas Übung in einer Stunde durch...

Die Grafik:
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Die Spielgrafik ist ganz nett, die Animationen Batmans ganz flüssig, aber die zum Teil abgehackten Bewegungen und besonders die Sterbeanimationen der Gegner sind größtenteils eher peinlich. Man kann die Hauptcharaktere ganz gut erkennen, die Comic-Zwischensequenzen fallen als einziges wenigstens etwas positiv auf, aber ansonsten wirkt die Grafik und die Effekte, wie z.B. Explosionen, eintönig, eckig und lieblos...

Der Sound:
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Die wenigen Musiken, die im Spiel vorkommen, sind nicht unbedingt nervig, aber auch keine Ohrwürmer oder Meisterwerke, die Soundeffekte sind auch eher unterer Durchschnitt, alles in allem kann man den Sound als langweilig bezeichnen, nicht unbedingt störend, aber ich empfehle lieber die Anlage mit einer guten Metal CD voll aufzudrehen...

FAZIT:
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Ich kann “Batman Of The Future – Return Of The Joker” wirklich niemanden empfehlen, höchstens absolute Hardcore Batman Fans werden an diesem stupiden Prügelspiel Spaß finden, mal wieder wurde eine zugkräftige Lizenz verschenkt, man hätte aus diesem Spiel wesentlich mehr holen können...
Die Story hätte ich besser schreiben können, die Steuerung erlaubt zwar einige Möglichkeiten, besonders durch die gute Idee der 4 Kampfanzüge, aber im Spiel braucht man schließlich nur zu treten, wenn man das Angriffsmuster eines Gegners einmal durchschaut hat, verliert man so gut wie keine Energie mehr, zur Not erhält man oft genug Leben und Energie zurück.
Die Geschicklichkeitspassagen verdienen den Namen gar nicht, die Endgegner kann man oft ohne Taktik einfach „totprügeln“, Grafik und Sound sind unteres Niveau und der geradezu lächerliche Spielumfang von 5 Leveln ist doch sehr enttäuschend...

Meine Empfehlung:
Finger weg, selbst wer Batman vergöttert sollte sich nach besseren Spielen umsehen...

 
Jochen Schiffer, 01.06.2002
Grafik: 62%
Sound: 53%
Spielspaß: 43%
Disclaimer / Haftungsausschluss
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Kemco
Entwickler:
Kemco
Vertrieb:
Ubi Soft
Preis:
ca 15 €
Altersfreigabe der USK:
unbekannt