Game Review
007 Alles oder Nichts
Der Agent mit der Lizenz zum Töten ist zurück auf allen aktuellen Videospielkonsolen und dem Game Boy Advance, und wieder gibt es keine direkte Filmvorlage für das Spiel. Wie schon bei Agent im Kreuzfeuer und Nightfire konnten die Designer sich also eine eigene Story ausdenken und hatten somit deutlich mehr Freiheiten als es eine direkte Umsetzung einer Filmvorlage ermöglichen würde.
Wie in eigentlich allen Aufträgen des britischen Spions geht es auch in Alles oder Nichts darum, die Welt vor einem macht besessenen Bösewicht zu retten. Diesmal geht es um die so genannte Nanorobot-Technologie, welche aus einem Labor der Oxford University gestohlen wurde und in den falschen Händen ein sehr gefährliches Instrument ist.

Obwohl das Spiel nicht direkt auf einem bestimmten Bondfilm basiert, könnte man es dennoch meinen: Es fängt schon mit der typischen 007 Eröffnungssequenz mit einem eigens komponierten Titelsongs an, so dass man meinen Könnte das neueste Leinwandabenteuer anzusehen. Dieser Effekt wird dadurch unterstützt, dass praktisch alle wichtigen Figuren aus dem Spiel realen Berühmtheiten nachempfunden worden. Neben Pierce Brosnan als der Titelheld sind das zum Beispiel Mya, Heidi Klum, Shannon Elizabeth, John Cleese als Q, Judy Dench als M, Richard Kiehl als der Beißer und William Dafoe als Oberbösewicht.

Wer jetzt beim aktuellen Spiel wieder einen Ego-Shooter wie Nightfire oder Agent im Kreuzfeuer erwartet, wird von Alles oder Nichts überrascht werden. Die Ego-Perspektive wurde nämlich über Bord geschmissen, stattdessen erblickt ihr 007 nun aus einer Third Person Perspektive, was euch ganz andere Handlungsmöglichkeiten eröffnet und das Gameplay nachhaltig verändert. Zwar gibt es immer noch genügend Stellen, in denen ihr mit schwererem Geschütz einfach alles in Schutt und Asche zerlegen dürft, doch allgemein müsst ihr nun mit einer anderen Vorgehensweise durch die Levels kommen.

So verspricht eine vorsichtige Handlungsweise oftmals eine wesentlich höhere Erfolgsquote. Dazu schleicht ihr nun durch die Gänge, schmiegt euch an Wände und lugt vorsichtig um die Ecke. Feinde erledigt ihr mit der schallgedämpften Pistole oder im Faustkampf ohne Waffen. Besser ist es natürlich, wenn ihr sie schon aus weiter Entfernung per Scharfschützengewehr ausschalten könnt.

Natürlich helfen euch auch dieses Mal wieder die genialen Gadgets von Q auf eurer Mission, die euch nach Moskau, New Orleans, Peru und in die ägyptische Wüste führt. Mit dem Q-Haken klettert ihr Steilwände hoch und runter, wie es euch beliebt, die Q-Spinne dient zum ausspionieren von gegnerischem Gebiet, der Nanoanzug macht euch praktisch unsichtbar und so weiter.

Aber das ist noch lange nicht alles, was Alles oder Nichts zu bieten at. Wie bei den Vorgängern müsst ihr in etwa einem Drittel der Missionen ein Fahrzeug besteigen. Dazu gehören neben einem Aston Martin und einem Porsche Cayenne auch ein Motorrad, ein Panzer, mit dem ihr durch den Kreml brettert und sogar ein Hubschrauber.

Neben dem Einspielermodus gibt es natürlich auch wieder einen Multiplayermodus. Im Zweier-Splitscreen könnt ihr gemeinsam im Koop Missionen bewältigen. Für vier Spieler gibt es hingegen einen Duell-Modus, der aber aufgrund der neuen Perspektive sehr unübersichtlich wird. Einen Linkmodus gibt es leider nicht.

Technik:
Dass die Präsentation filmreif ist, hatten wir ja bereits erwähnt, doch auch ansonsten kann der Titel optisch durch und durch überzeugen. Neben den tollen Charaktermodellen überzeugen auch die hübschen Levels und die sehr guten Spezialeffekte. Dass nicht in jeder Szene alles hundertprozentig flüssig läuft, ist dann auch zu verschmerzen. Typische Bondmusik untermalt die Action, und die Effekte kommen mit ordentlichem Druck aus den Boxen.

Axels Meinung:
Für Alles oder Nichts hat sch Electronic Arts ganz offensichtlich noch mehr ins Zeug gelegt, um die perfekte Bond-Atmosphäre in einem Videospiel zu kreieren, was ihnen dieses Mal auch meiner Meinung wirklich gelungen ist. Zum Glück haben sich die Entwickler aber nicht nur um die Atmosphäre gekümmert, sondern auch das Gameplay nicht vernachlässigt. Die Zu Fuß-Einlagen profitieren von dem kräftigen Schuss Splinter Cell und sind noch spannender als die Ego-Missionen der Vorgänger. Bond- und Actionfans können bedenkenlos zugreifen.
 
Axel Kothe, 26.06.2004
Grafik: 85%
Sound: 85%
Spielspaß: 85%
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Version:
Deutsche Verkaufsversion
Hersteller:
Electronic Arts
Entwickler:
Electronic Arts
Vertrieb:
Electronic Arts
Erscheinungs- termin:
26. Februar 2004
Preis:
ca 60 €
Altersfreigabe der USK:
ab 16 Jahren
Anzahl Spieler Offline:
1 - 4
Sprache:
Komplett in Deutsch
Datenträger:
1 Mini-DVD
Anleitung:
24 Seiten s/w, komlett in Deutsch
Speicher:
5 Blocks
Andere Versionen:
Xbox, Playstation2