Game Review
Puyo Puyo Fever
Screenshots (5)
Die meisten Spieler werden mit dem Namen Puyo Puyo oder auch Puyo Pop nichts anzufangen wissen, obwohl es die Serie schon seit mehr als 10 Jahren gibt. Mit Schuld daran ist sicherlich die Tatsache, dass die Spiele hierzulande unter dem Namen Dr. Robotniks Mean Bean Machine (Mega Drive) und Kirby’s Ghost Trap (SNES) erschienen sind.

Link: Gamecube-Version
Bis vor einem Jahr hatten alle Puyo Puyo Spiele eines gemein: Sie wurden vom japanischen Compile-Team entwickelt, welche inzwischen leider der Vergangenheit angehören. Die Rechte an Puyo Puyo schnappte sich das Sonic Team von Sega, welche mit Puyo Puyo Fever den ersten eigenen Teil der Serie in die Spielhallen brachten. Dank der dem Dreamcast sehr ähnlichen Naomi – Automatenhardware dürfen sich nun auch Besitzer der nicht mehr produzierten Sega – Konsole über eine Umsetzung des Spiels, vermutlich das letzte Sega – Spiel für die Konsole überhaupt, freuen.

Das Grundprinzip von Puyo Puyo ist recht simpel und deutlich von Tetris und ähnlichen Puzzlespielen inspiriert. In ein rechteckiges Behältnis fallen von oben jeweils zwei aneinanderliegende Tropfen, welche nun so arrangiert werden müssen, dass jeweils vier der gleichen Farbe zusammenkommen und diese dann zerplatzen. Das Spiel ist beendet, wenn man den oberen Rand des Behälters erreicht. Mehr Punkte bekommt man, wenn man Kettenreaktionen auslösen kann. Netter und wichtiger Nebeneffekt davon ist, dass dem gegnerischen Spieler (Computer oder menschlich) bei gelungenen Aktionen eurerseits einige Farblose Tropfen in den Behälter fallen, welche dessen Aufbau stören und nur durch direkt angrenzende Explosionen wieder entfernt werden können. Andersherum könnt natürlich auch ihr das Opfer einer solchen Attacke werden.



In Puyo Pop Fever gibt es noch einige Neuerungen. So können bis zu vier Blasen auf einmal in den Behälter fallen, allerdings dann immer noch in maximal zwei verschiedenen Farben. Die wichtigste Neuerung jedoch ist der Namensgebende Fever – Modus. Diesen erreicht ihr, wenn ihr die drohende Gefahr von feindlichen farblosen Blasen abwendet, indem ihr selbst Blasen zerplatzen lasst. Dadurch füllt sich die Fever - Leiste und wenn die gefüllt ist wechselt das Spiel für euch in den Fever – Modus. In diesem Modus befinden sich bereits einige Blasen im Behälter, und zwar meist so, dass man sie in einer einzigen Kettereaktion vom Bildschirm verschwinden lassen kann, wenn man die herabfallenden Blasen am richtigen Fleck platziert. Dazu habt ihr allerdings nur eine einzige Chance, denn sobald eine Vierergruppe geplatzt ist, wird der Behälter geräumt und euch wird eine neue Konstellation vorgesetzt. Seid ihr erfolgreich, ist das natürlich besonders übel für euren Gegner, da ihn durch die ganzen Kettenreaktionen eine ganze Welle farbloser Blasen erwartet. Nutzt also den Fever – Modus, um ein verloren geglaubtes Spiel noch zu gewinnen, hier werden die Karten wieder völlig neu gemischt.

Im normalen Einzelspiel tretet ihr in drei Schwierigkeitsstufen gegen immer härter zu besiegende Gegner an. Alternativ könnt ihr euch auch einen einzelnen Gegner herauspicken und nur gegen diesen Spielen. Im Endlos - Puyo Pop könnt ihr entweder den Fever-Modus trainieren, das normale Spiel ohne Gegner in Ruhe zocken oder verschiedene Aufgaben innerhalb eines Zeitlimits lösen. Hauptmodus ist aber sicherlich der Duell-Modus für zwei Spieler, bei denen ihr verschiedene Regeln selbst bestimmen könnt, oder nach den voreingestellten Regeln mit oder ohne Fever – Modus spielen könnt.

Technik:
Auch wenn man es dem Spiel auf anhieb nicht ansieht, basiert es auf einer 3D-Engine, welche im Fever-Modus zum Einsatz kommt, wenn der Behälter mal kurz gekippt wird um diesen anzukündigen. Ansonsten merkt man davon nichts, aber das erwartet wohl niemand von diesem Genre. Grafisch ist das Ganze also eher zweckmäßig. Die Musik und Soundeffekte sind typisch japanisch recht abgedreht, die Sprachausgabe der Charaktere witzig. Als kleinen Bonus für die treuen Dreamcast – Fans hat sich das Sonic Team ein besonderes Schmankerl überlegt: Das Spiel erlaubt es euch, den Hintergrund des Systemmenüs durch vier verschiedene Puyo Puyo Bilder auszutauschen.



Axels Meinung:
Puyo Puyo fasziniert mich eigentlich schon seit Mega Drive – Zeiten, wo ich mit Dr. Robotniks Mean Bean Machine sehr viel Freude hatte. Seit dieser Zeit hat sich eigentlich nicht sehr viel geändert am Spielprinzip. Klar, die Grafik ist etwas hübscher und höher aufgelöst und die Erweiterungen durch den Fever – Modus bringen zusätzliche Spieltiefe. Doch die sehr gute Spielbarkeit blieb unangetastet, und auch der Zweispielermodus ist motivierend wie eh und je. Das bedeutet aber leider auch, dass das Spiel im Einspielermodus gegen die Computergegner erstens verdammt schnell verdammt schwer wird und die Motivation alleine auch nicht sehr lange anhält. Solospieler sollten also lieber eine der vielen Tetris - Varianten spielen, wer dagegen oft mit Freunden spielt, kann zugreifen. Danke Sega, für eine weitere kleine Perle im Dreamcast-Lineup!
 
Axel Kothe, 15.04.2004
Grafik: 45%
Sound: 67%
Spielspaß: 80%
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Version:
Japanische Verkaufsversion
Hersteller:
Sega
Entwickler:
Sonic Team
Vertrieb:
Sega
Erscheinungs- termin:
Februar 2004
Preis:
ca 45 €
Altersfreigabe der USK:
unbekannt
Anzahl Spieler Offline:
1 - 2
Sprache:
Japnisch und Englisch
Datenträger:
1 GD-ROM
Anleitung:
32 Seiten in Farbe, komplett Japanisch
Andere Versionen:
Gamecube, Xbox, Playstation2