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GBA Movie Player
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Schon kurze Zeit nachdem in Japan ein offiziell von Nintendo lizenzierter Player auf den Markt kam, mit dem man sich Filme auf dem GBA anscheuen kann, konterte die in Hong Kong ansässige Firma Lik Sang ebenfalls mit einem GBA Movie Player zu einem günstigen Preis mit zusätzlichen Funktionen.
Was ist der GBA Movie Player? Der Movie Player ist eine Hardware, die es euch erlaubt, Filme auf dem Game Boy Advance Screen anzusehen. Die Daten werden dabei nicht direkt auf dem Movie Player gespeichert, sondern auf separat erhältlichen Compact Flash Karten die es mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten bis zu 2 GB gibt. Für den Test habe ich nur eine Karte mit 128MB Speicherplatz zur Verfügung gehabt, was für meine Zwecke allerdings durchaus ausreichend war. Neben dem Movie Feature bietet der Movie Player außerdem noch die Möglichkeit Textfiles anzuzeigen und Musik zu spielen.

Im Lieferumfang des GBA Movie Player befindet sich neben der eigentlichen Hardware selbst nur noch eine CD mit der Konvertierungssoftware. Diese kann man auch in der neuesten Version von der Lik Sang Webseite herunterladen. Die Compact Flash Karte sowie ein Kartenleser zum Anschluss an den PC sind nicht enthalten und müssen separat gekauft werden.

Der erste Schritt ist die Installation der Software, dem Movie Converter und dem Music Converter, mit denen ihr die Mediafiles in das Movie Player Format konvertieren müsst. Das einfachere der beiden Programme ist der Music Converter. Hier wählt ihr einfach die zu konvertierenden Musikstücke aus, stellt die Gewünschte Kompressionsrate ein, gebt noch ein Zielverzeichnis an und fertig. Der Converter Unterstützt dabei so gut wie jedes Musik- und Filmformat, so lange der entsprechende Codec auf dem Rechner installiert ist. Bei der Kompressionsrate könnt ihr zwischen 8:1 Stereo und 11:1, 16:1, 32:1 und 64:1 Mono wählen. Bei den Monovarianten müsst ihr euch für einen der beiden Stereokanäle entscheiden, welcher konvertiert werden soll, einen Mix beider Kanäle wird nicht angeboten. Die Konvertierung von Audiofiles ist in Sekunden abgeschlossen und die Größe des 8:1 Stereo Files entspricht etwa der eines 192kbps MP3 – Files. Leider ist die Soundqualität eine ganze Ecke schlechter als bei einem richtigen MP3-Player, womit das ganze eher als Notlösung denn als MP3-Player Ersatz dienen wird.



Von der Bedienung her sehr ähnlich ist der Movie Converter, allerdings gibt es hier deutlich mehr Einstellungen. Auch hier müsst ihr zunächst eine Quelldatei angeben, von Real Media über WMV und OGG bis hin zu vob-Files direkt von der DVD ist hier alles möglich. In den Grundeinstellungen könnt ihr festlegen, um was für eine Art Filmdatei es sich handelt, Film oder Anime. Wirklich sinnvoll ist hier allerdings nur erstere Einstellung, da die Animeeinstellung deutlich schlechtere Qualität bringt. Als zweites bestimmt ihr die Qualität der Quelldatei. Das beeinflusst die Standard Schärfe-, Kontrast-, Helligkeits- und Farbsättigungseinstellungen im nächsten Menü. Als letzte Grundeinstellung gebt ihr an, ob das Ausgangsmaterial hell, normal oder dunkel ist.



Das Advance-Menü könnt ihr in der Regel unangetastet lassen, denn dort könnt ihr nochmals die Schärfe usw. nach euren Einstellungen verändern. Normalerweise sind die Defaulteinstellungen aber zu empfehlen. Außerdem könnt ihr hier auch den Fast – Konvertierungsmodus aktivieren. Hierbei geht die Konvertierung sehr schnell, allerdings geht das auf Kosten der Filegröße und vor allem der Qualität was diese Option in meinen Augen wertlos macht.



Im Internal – Menü könnt ihr Höhe und Breite des Bildes ändern sowie die Speichermenge ändern, die ein Frame verbrauchen darf. Im Film-Modus sind das standardmäßig 12kb, bei der Anime-Einstellung nur 8kb. Das letzte Menü ist das Audio-Menü, welches exakt dem des Music Converters entspricht. Wenn ihr längere Filme umrechnen wollt, solltet ihr noch die maximale Filegröße festlegen, damit ihr nicht ein größeres File bekommt als eure Compact Flash Karte fassen kann. Das Programm zerlegt in diesem Fall den Film in zwei Teile.



Sind all diese Einstellungen getan, könnt ihr mit dem konvertieren der Moviefiles beginnen. Dies nimmt je nach Einstellungen und Rechnerleistung 1-15 mal so viel Zeit in Anspruch, wie der Videoclip lang ist. Beim Austesten der besten Einstellungen sollte man sich also möglichst kurze Filmclips aussuchen und viel Zeit mitbringen.

Bei den Tests hat sich herauskristallisiert, dass die Einstellung Film – DVD (als Qualitätsstufe) – Bright bzw. Normal (Helligkeit) die qualitativ besten Ergebnisse liefert. Als erstes Projekt habe ich mehrere Futurama – Episoden von jeweils etwas mehr als 20 Minuten konvertiert. Die Filgröße der konvertierten Episoden rangierten bei mittlerer Tonqualität (16:1 bzw. 32:1) zwischen 45 und 60 MB, auf die 128 MB Karte passten also gleich zwei der Futurama Folgen. Als zweites folgte eine Buffy-Folge von ca. 45 Minuten, die mit knapp 85MB zu Buche schlägt. Hier merkt man dann auch schon recht deutlich die Schwächen des GBA Movie Players, denn während die Comicgrafiken der Futurama – Folgen die Konvertierung recht gut überstanden haben, leiden die Realbilder von Buffy deutlich unter der Kompression, vor allem in Actionreichen Szenen. Doch auch wenn die Qualität beim Zeichentrick besser ist, so ist sie immer noch verbesserungswürdig. Denn auch hier kommt es in Szenen mit viel Bewegung zu unschönen Szenen, und Untertitel lassen sich nicht, oder nur mit sehr viel Mühe lesen (Getestet mit Wild Arms Anime). Die Konvertierungszeit betrug übrigens bei den Futurama Folgen irgendwas zwischen 40 und 60 Minuten, die Buffy-Folge brauchte über 2 Stunden auf einem 2 GHz Rechner.



Doch nicht nur der Codec sollte noch optimiert werden, sondern auch die DVD-Unterstützung der Encodersoftware. So ist es zum Beispiel nicht möglich, sich selbst den Audiotrack auszusuchen, welcher mit dem Film konvertiert werden soll. Wenn ihr also Pech habt, konvertiert das Programm die chinesische statt der deutschen oder englischen Synchro. Außerdem kam es beim Test dazu, dass das 5.1 Audiosignal nicht richtig konvertiert werden konnte, bzw. kein Downmix vorgenommen wurde, sondern einfach nur der eine Monokanal (oder die beiden Stereokanäle) umgesetzt wurde. Hier sollte der Hersteller nochmals kräftig nachbessern. Zwar kann man das Problem umgehen, indem man den gewünschten Audiotrack der DVD zunächst mit einem anderen Programm rippt und in ein Mono bzw. Stereo-MP3–File umwandelt, doch das bedeutet zusätzlichen Zeit- und Arbeitsaufwand, der bei einer vernünftigen Encodersoftware hätte vermieden werden können.

Habt ihr diese Hürden überwunden und ein qualitativ gutes Video Codiert, könnt ihr es nun endlich auf die Compact Flash Karte kopieren und in den etwas klobigen und nicht so sehr stabil wirkenden GBA Movie Player einlegen. Neben der Flash Karte müsst ihr außerdem noch ein Spielmodul in den Player stecken, damit dieser funktioniert. Mit einem Schalter wählt ihr dann zwischen diesem Spiel oder dem Movie Player hin und her.

Im übersichtlichen Menü könnt ihr dann den Film oder die Musik starten. Mit der A-Taste pausiert ihr den laufenden Film, mit dem Steuerkreuz könnt ihr Minutenweise im Film vor oder zurückspringen, beim Musikhören jeweils 10 Sekunden. Sollte das Bild und der Ton nicht ganz synchron laufen, so könnt ihr das mit Hilfe der Schultertasten korrigieren. Allerdings sollte dieses Problem mit dem neuen Firmwareupdate vom 18.02.04 nur noch sehr selten auftreten, ohne dieses Update kam dies recht häufig vor.

Testmuster von Lik Sang

Axels Meinung:
Bei der Bewertung des GBA Movie Players bin ich hin und her gerissen. Einerseits ist das ganze eine extrem coole Sache, mit dem GBA SP auf dem Weg zur Arbeit noch eine Folge Futurama anzuschauen, andererseits gibt es noch zu viele Mängel die einem den Spaß verleiden können. Erstens die Bildqualität: Glaubt man anderen Usern, die beide Geräte kennen, ist die Bildqualität beim offiziell lizenzierten AM3 Player sichtbar besser, dafür bietet dieser keine Möglichkeit, eigene Videos zu konvertieren. Hier habe ich allerdings durch das erste Firmwareupdate Hoffnung geschöpft, eventuell tut sich da ja noch was. Zweitens die relativ komplizierte Encodersoftware mit der sehr mangelhaften DVD-Unterstützung und den langen Konvertierungszeiten. Auch hier wünsche ich mir dringend eine Nachbesserung! Und schließlich drittens verhindert der nicht gerade berauschende Klang der Musikfiles die Funktion als MP3-Player Ersatz. Eigentlich hätte ich ja gedacht, dass der GBA genug Power haben sollte, echte MP3 Files abzuspielen, doch entweder wird das vom Hersteller nicht gewollt, oder es geht wohl wirklich nicht. Schade! Doch trotz der angesprochenen Mängel ist mir das Gerät nicht zuletzt dank des günstigen Preises eine Empfehlung wert, vor allem für Leute die gerne Zeichentrickserien (ohne Untertitel!) mögen und oft längere Wartezeiten oder Fahrten in öffentlichen Verkehrsmitteln überbrücken müssen. Und sollte sich bei der Software und dem Codec noch etwas tun, bin ich auch gerne bereit die Wertung entsprechend zu korrigieren.
 
Axel Kothe, 20.02.2004
Wertung im Einzelnen (1-5 Sterne, 1 Stern=mies)
 
Funktionalität:
Verarbeitung:
Ausstattung:
Fazit: (kein Durchschnitt)
Disclaimer / Haftungsausschluss
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Hersteller:
Firstsing
Vertrieb:
Lik Sang
Muster:
Bigben
Preis:
ca 35 €
Termin:
Dezember 2003
Sprache:
Englisch, Chinesisch